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HERMANN WAGNER
Das Quecksilber- Barometer ließ sich am zweckmäßigsten in dem Ladenraum des Wohnhauses in Songi unterbringen, woselbst auch der Fueß’sche Barograph Platz fand.
3. Meteorologische Beobachtungen.
Bei der Anstellung der meteorologischen Beobachtungen leitete mich besonders der Gedanke, daß durch die Registrierapparate in Verbindung mit den ihre Verbesserungen liefernden Normalinstrumenten eine möglichst ununterbrochene Reihe von ein bis zwei Jahren zu gewinnen sei, um hierdurch die ohne diese feineren Hülfsmittel mittels der Ausrüstung einer Station II. Ordnung der Deutschen Seewarte seit dem Anfang der neunziger Jahre von Herrn Dr. med. Funk in Songi mit anerkennenswerter Ausdauer und nicht geringem Verständnis angestellten Wetterbeobachtungen dem in ihnen steckenden Wert entsprechend für die Wissenschaft besser nutzbar zu machen, als es ohne eine solche, durch die vollkommeneren Instrumente des Samoa-Observatoriums zu gewinnende Vergleichsreihe möglich wäre. Die Funk’sehen Beobachtungen gelangen in periodisch erscheinenden Veröffentlichungen der Seewarte mit andern „deutschen überseeischen meteorologischen Beobachtungen“ zum Abdruck. Im Hinblick auf jenen Zweck begann ich ■— am 1. November 1902 — regelmäßige Ablesungen zu den drei Tagesstunden, die sich Herr Dr. Funk gewählt hatte, 7 Uhr morgens, 2 Uhr nachmittags und 9 Uhr abends. Ich ging von dem Gedanken aus, daß sich so für die Haupt-Wetter-Elemente während der Herrn Dr. Funk und mir gemeinsamen Beobachtungsmonate eine vielleicht nach den verschiedenen Jahreszeiten und den Witterungsverhältnissen etwas wechselnde, aber im Ganzen ziemlich gleichförmige Verbesserung der FuNK’schen Ablesungen zu jedem der drei Tagestermine berechnen lassen werde, da man nach der in der Klimatogie üblichen Schlußweise mit ziemlich großer Sicherheit annehmen kann, daß die so gefundenen Verbesserungsbeträge auch für die lange Reihe der vorangegangenen und der hoffentlich noch folgenden späteren Beobachtungsjahre des Herrn Dr. Funk Gültigkeit besitzen werden. Ähnliche, wenn auch etwas weniger feste Schlußfolgerungen würden es, so hoffte ich, ermöglichen mit Hülfe der Aufzeichnungen der Registrierapparate während der gemeinsamen Beobachtungsjahre den Verlauf der täglichen Schwankungen und die täglichen Mittelwerte der hauptsächlichsten meteorologischen Elemente aus den drei einzelnen Terminbeobachtungen auch für die Reihe der Jahre ohne Registrierung abzuleiten.
Da nur für die Wärme, die Feuchtigkeit und den Druck der Luft, sowie für den Niederschlag Registrierapparate vorhanden waren, so blieb insbesondere der Sonnenschein und der Wind ohne dauernde Verfolgung. Zur Registrierung der Dauer und Stärke der Sonnenstrahlung hatte ich in Göttingen, da das zur Verfügung gestellte Instrument, ohne die für kurze und lange Tage eingerichtete Streifeneinrichtung völlig umzugestalten, in den Tropen der gleichbleibenden Tageslänge wegen nicht brauchbar war, ein mit geschwärzter und