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Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
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HERMANN WAGNER,

Erst in Melbourne hielt sich der Dampfer etwas länger auf, sodaß ich unter der dankenswerten Vermittlung des deutschen Konsuls die prächtige Sternwarte besehen konnte und dort auch das mitgeführte Reisebarometer verglich. Während der Seereise stellte ich an Bord meteorologische Beobachtungen an und hielt dabei drei für das Samoa-Observatorium bestimmte Registrierapparate in Gang. Auch führte ich einige Drachenversuche aus, wobei mir Offiziere des Dampfers und Mitreisende behülflich waren. Die meteorologischen Drachen-Instrumente waren noch nicht geliefert worden, auch wären die mir von Herrn Professor Köfpen gütigfit mitgegebenen Malay-Drachen allein zu schwach gewesen, sollten vielmehr nur als Vorspann für kräftigere, die Registrierapparate tragende Kasten-Drachen benutzt werden. Immerhin waren mir diese Aufstiege als Vor­studien für die auf Samoa und für die Rückreise vorgesehenen willkommen. Der Herr Kapitän gestattete freundlichst, daß ich mich an den nautischen Aufgaben, die die Fahrt bot, beteiligte.

In Sydney langte ich am 2. Juni an, also nach sechswöchentlicher Fahrt. Hier sollte die gesamte Ausrüstung für Samoa auf den DampferManapouri der Neu-Seeländischen Union - Steamship Co. überführt werden, während ich schon am 3. Juni mit dem schnellen PostdampferSonoma der amerikanischen Oceanic Steamship Co. über Auckland nach Pango-Pango fuhr.

In Pango-Pango kam ich in der Nacht zum 11. Juni an und fuhr nach Tages­anbruch mit dem kleinen DampferKawau nach Apia ab, wo ich abends wohl­behalten eintraf.

2. Errichtnng des Observatoriums äuf der Halbinsel Mulinuu.

Wahl des Platzes. In Apia fand ich bei dem stellvertretenden Gou­verneur , Herrn Dr. Schnee , bereitwilliges Interesse und Entgegenkommen. Der schon vor mir angekommene Regierungslandmesser Lammert führte mich auf die von ihm für das Observatorium geeignet befundenen Plätze. Aus verschiedenen Gründen schien es mir zweckmäßig, weiter inland gelegene Punkte nicht zu berücksichtigen. Denn abgesehen davon, daß sich ein solcher nicht leicht an einem fahrbaren Zugangswege finden ließ, schien es mir erwünscht, den dort vorauszusetzenden stärkeren Störungen auf magnetischen und seis­mischem Gebiet möglichst fern zu bleiben. So entschied ich mich denn von den beiden zur engeren Wahl übrig gebliebenen, dem östlichen und westlichen Vor­sprung der Bucht von Apia, zu Gunsten des westlichen, des äußersten Endes von Mulinuu. Denn während es sich hier um die Spitze einer abseits vom durchgehenden Verkehr liegenden Halbinsel handelte, führte über den andern Vorsprung Matautu, woselbst auch die Lotsenstation gelegen war, der Weg zu den im Osten von Apia gelegenen Küstenortschaften. Der zwischen diesem Wege und dem Strand gelegene Fleck wäre überdies für die verschiedenen Bauten des Observatoriums zu klein gewesen und sollte auch öfters Ueber- schwemmungen ausgesetzt sein, wie mir der Regierungslandmesser Haidlen ver-

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