Mehrteiliges Werk 
Ergebnisse der Arbeiten des Samoa-Observatoriums der Königlichen Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen
Entstehung
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HEKMAN N \V AGKEK,

zu setzen, da er nach seinem uns eingereichten Lebenslauf jahrelang in Hamburg und Potsdam sich an erdmagnetischen Arbeiten beteiligt hatte. Andererseits wäre es unzweifelhaft seine Pflicht gewesen, in dem Augenblick, wo er sich in Apia überzeugte, mit den fraglichen Arbeiten nicht zustande kommen zu können, uns darüber sofort eingehend zu berichten, damit wir Mittel zur Abwendung ergriffen, gegebenenfalls ihm sofort einen Erdmagnetiker als Gfehülfen nach­sendeten. Statt dessen blieben wir durch viele Monate trotz aller Anfragen ohne Kenntnis der bestehenden Schwierigkeiten, und erst in einem energisch ein­geforderten Bericht vom 12. Juni 1904 ward uns das Mißlingen der erdmagne­tischen Beobachtungen zugestanden.

9. Wie oben dargelegt, ging der ursprüngliche Plan eines temporären geophysikalischen Observatoriums auf Samoa auf Entsendung eines einzelnen Be­obachters für die Dauer von etwa fünfviertel Jahren, wobei die Beobachtungs­instrumente mindestens ein volles Jahr ununterbrochen in Betrieb bleiben sollten. Wir mußten uns schon wenige Monate nach dem Eintreffen unseres Observators in Apia überzeugen, daß sich die Sache auch unter günstigeren Verhältnissen so glatt, wie man bisher geglaubt, nicht abspielen werde. Das vereinbarte Jahr einer erdmagnetischen Kooperation vom März 1902/03 mußten wir sehr bald ganz verloren geben. Wir betrachteten es dabei als einen günstigen Umstand, daß man sich im Kreise der beteiligten Kationen, die sich zu gleichzeitigen Beobachtungen während jenes Jahres antarktischer Forschung zusammen ge­funden hatten, entschloß diese simultanen Registrierungen noch ein zweites Jahr hindurch fortzusetzen. Dies veranlaßte uns schon im Januar 1903 in eingehender Weise die uns unterstützenden Behörden um Bewilligung weiterer Mittel anzu­gehn , um unser durch unerwartete Schwierigkeiten gestörtes Programm doch noch bis zum 1. Mai 1904 durchzuführen. Es ist schon oben erwähnt, daß diese Schritte von Erfolg gekrönt waren; wir wurden zugleich dadurch in den Stand gesetzt, die Bezüge unseres Observators, der sich zu längerem Verbleib in Apia bereit erklärte, vom 1. Oktober 1903 an wesentlich zu erhöhen.

4. Die Fortführung des Samoa-Observatoriums seit 1904.

10. Mittlerweile wurden aber von den verschiedensten Seiten Stimmen laut, die sich für eine noch längere Dauer der Beobachtungen in Apia aussprachen, zumal die Errichtung des gesamten Observatoriums doch schon so bedeutende Opfer gekostet hatte. Insbesondere sprachen sich die Deutschen Delegierten auf der Konferenz zur Begründung einer Association sismologique internationale zu Straßburg im Juli 1903 einstimmig für Erhaltung wenigstens der Erdbeben­station in Apia aus, nachdem die bisherigen Beobachtungen ergeben hatten, daß die Lage derselben auf einer Insel, die einerseits vom weiten. Ozean umgeben ist, andererseits mit Mitteleuropa und dem großen japanischen Erdbebenherd auf einem großen Erdkreis liegt, zur Enthüllung seismometrischer Probleme eine hervorragend günstige sei.