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Mit Schwert und Pflug in Deutsch-Südwestafrika : vier Kriegs- und Wanderjahre ; mit zahlreichen Karten und Skizzen sowie Abbildungen nach photographischen Aufnahmen / von Kurd Schwabe. Illustr. von C. Arriens, mit Beitr. der Maler H. Albrecht u. R. Hellgrewe
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9. .Nap. Das Wachsen der deutschen Macht.

AeimieK Kapitel.

Das Wachsen der deutschen Macht.

Unruhen im Gsten. Lin Jahr des Friedens. Die Bastards von Rehoboth. Neue Verwickelungen im Gsten. Ein patrouillenritt längs des Auiseb-Flusses.

ährend in der Naauwkloos die Entscheidung gefallen und das Kriegs­beil begraben war, gärte es bereits wieder im Osten des Schutz­gebietes an den (Grenzen jener unbekannten Wüstensteppe, die man Kalahari nennt.

Die Völker des Nama-Stammes, die dort ein unstätes Nomadendasein führten, die von Jagd, Raub und Mord zu leben gewohnt waren, wollten es nickt glauben, daß die Mackt des trotzigsten und stärksten der Nama-Fürsten gebrochen worden sei. Sie verlachten die Boten, die ihnen die Nachricht von den deutschen Siegen brachten, und wiesen ihnen mit Schlägen den Heimweg.

In Windhock saß damals als Distriktschef der Premierlieutenant v. Hevdebreck. Ihm unterstanden die Stationen in den Thälern des Anas- nnd Ongeama-Gebirges, am Schaf-Flnß und fern im Osten, wo der weiße und schwarze Nosob sich zu einem Strome vereinigen. Während des letzten Feldzuges hatte ihm der Schutz des Hanptwaffenplatzes Windhoek und der Straßen znr Küste obgelegen, er hatte das Transportwesen gesichert und geregelt und der im Felde stehenden Truppe Proviant und Munition nach­gesandt.

Aber es war ihm zu gleicher Zeit nickt unbemerkt geblieben, daß im Stromgebiete des Nosob sich ernste Dinge vorbereiteten. Auch die Herero, die östlich und nördlich des Schaf-Flusses saßen, rührten sich; die weißen Farmer dieses Gebietes wurden von ihnen bedrängt und mußten in einzelnen Fällen die Hülfe der Polizei in Anspruch nehmen.

Auf der am weitesten nach Osten vorgeschobenen Station Aais kam es zu den ersten Feindseligkeiten. Seit den Ereignissen im Februar und März hatte man dort wenig von den Khanas-Hottentotten bemerkt.Aber eines Tages", so erzählt Hevdebreck,tauchte, über die östlichen Dünen kommend, ein langer Neiterzug auf. Er stieg in das Thal des Nosob hinab und zog an dem kleinen Stationsgebäude vorüber. Dort stand auf der Veranda der Stationsches.^i Au der Spitze der Hottentotten ritt der einst bei Nao-

*) Feldwebel Bohr.