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Togo, die Aufrichtung der deutschen Schutzherrschaft und die Erschließung des Landes / von Georg Trierenberg
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Zweiter Teil. Überblick über die Verwaltung.

mit den beiden in Frage kommenden Gesellschaften verschiedener Konfession, der evangelischen Baseler Missionsgesellschaft und der katholischen Steyler Missionsgesellschaft vom göttlichen Wort, eine Einigung dahin erzielt, daß die beiden Nordbezirke Mangu- Jendi und Sokode-Bassari derart unter beide Missionen auf die Dauer von 20 Jahren geteilt wurden, daß jede Missionsgesellschaft nur in dem ihr zugewiesenen Bezirk arbeiten darf. Im Hinblick auf den großen Einfluß des Islam in jenen Gebieten wird dieses weise Maßhalten den Missionsgesellschaften selbst in erster Linie von Vorteil sein. Ein etw'a zutage tretender Zwiespalt unter den Bekennern des Christentums hätte von einer islamitischen Propa­ganda leicht zur Herabsetzung der christlichen Lehre wirksam ausgebeutet werden können. Bisher hat sich allerdings der Islam im Schutzgebiet frei von jeglichem Fanatismus gehalten, obwohl er allmählich, besonders im Norden, an Boden gewinnt.

Der Schulunterricht kann bei unkultivierten Völkern manche Gefahren mit sich bringen, wie das Entstehen eines halbgebildeten faulenzenden Proletariats, das sich in den Dorfschulen einige un­zureichende Kenntnisse im Deutschen angeeignet hat und hernach zu faul ist, um wieder zum Spaten und zur Hacke zu greifen, oder welches die höhere Intelligenz ungebildeten Eingeborenen gegen­über mißbraucht und dergleichen mehr. In Togo sind diese Aus­wüchse einer beginnenden Kultur bisher durch die vorausschauende Eingeborenen- und Schulpolitik der Regierung vermieden worden. Von Anfang an ist mit allen Mitteln darauf hingewirkt worden, die Eingeborenen zu Berufstätigkeiten heranzubilden und zu ver­wenden, welche ihrer Befähigung entsprechen und, wie bereits dargelegt worden ist, die große Masse der Besucher der Dorf­schulen nicht durch Beibringung einiger Brocken im Deutschen ihrer angestammten landwirtschaftlichen Berufstätigkeit zu ent­fremden. Das Festhalten an dieser Politik auch in Zukunft und eine den Interessen der Eingeborenen gerecht werdende Verwaltung wird zugleich die beste Abwehr gegen die äthiopische Bewe­gung sein,

13. Gesundheitswesen.

Zu den vielseitigen Aufgaben der Verwaltung tritt noch die Pflicht, die gesundheitlichen Verhältnisse nach Möglichkeit zu ver-