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Die Haussklaverei in Ostafrika : geschichtlich und politisch dargestellt / von Fritz Weidner
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heutigen Tag noch nicht Eigentum des englischen Reichs geworden. Es blieb bis 1893, bzw. 1895 in der Verwaltung der Britisch-Ostafrikanischen Kompagnie, bis auch dort die Kolonialgesellschaft von der unmittelbaren Reichsverwaltung abgelöst wurde, die bald darauf das Land für Zwecke der Verwaltung dem British East Africa-Protectorate einverleibte (Be­kanntmachung vom 31. August 1896), die Souveränität des Sultans aber im übrigen unangetastet ließ. Die in die Abmachungen von 1890 nicht einbegriffenen Orte Barawa, Merka, Magdishu und Warsheikh übernahm Italien 1892 zunächst in Pacht und 1905 endgültig durch Kauf.

Es bedurfte dieses Überblicks über die politischen Verhältnisse, weil von ihnen die Sklavenpolitik in hohem Maße abhängig ist.

2. Ostafrika ein kulturgeographisches Grenzgebiet.

Einen nicht geringeren Einfluß hat die geographische Lage Ost­afrikas am Indischen Ozean auf die Sklaven Verhältnisse ausgeübt. Ost­afrika ist ein kulturgeographisches Grenzgebiet; zwei Kulturen stoßen dort aufeinander, die heimische afrikanische unddievon jenseits des Ozeans hergekommene arabisch-islamische. Diese hat die gesamte Küste in ihren Bereich gezogen und konzentrierte sich früher auf das Sultanat Zanzibar. Wir wollen sie im folgenden die Küstenkultur im Gegensatz zu derjenigen der autochthonen Bevölkerung nennen, wobei jedoch zu bedenken ist, daß sie sich auch in den von den Arabern im Binnenland gegründeten Kolonien findet. Es wird zu zeigen sein, wie verschieden die Sklaverei als soziale Organisation in den beiden Gebieten ist, die räumlich ungefähr durch die Landgrenze des 10-Seemeilenstreifens voneinander geschieden sind.

3. Literatur.

Der Teilung Ostafrikas in ein deutsches und ein englisches Staats­gebiet entspricht es, wenn sich die Quellen unseres Themas vorwiegend bei diesen beiden Nationen finden. In der älteren Zeit überwiegen die eng­lischen. Obgleich schon vor dem Beginn der deutschen Kolonisation die wirtschaftlichen Interessen Deutschlands in Ostafrika größer waren als die englischen, so haben uns die Engländer doch mehr geliefert, weil sie von altersher um die Unterdrückung des Sklavenhandels im Indischen Ozean bemüht gewesen sind. Die daher stammenden, in den englischen Parlamentsblaubüchern abgedruckten Berichte bieten ein schier unend­liches Material für die Kenntnis von der Sklaverei an der Küste, dem Sklavenhandel über See und der zwecks seiner Unterdrückung verfolgten