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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Amerika ohne die Union.

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der Rückgang des britischen Importes ist hier noch stärker als bei Guatemala; er sank von 1895/1898 von 268081 auf 76722 Pfd. St. Nicht so schlimm steht es in Nicaragua, das 1895 für 142006, 1898 aber für 72926 Pfd. St. Waren aus Grossbritannien bezog. Unter den Einfuhr­gegenständen Nicaraguas nehmen Baumwollerzeugnisse den ersten Rang ein. Die allerbilligsten sog. Manchesterwaren, wie Mantas, Schirtings, Kattune und Drilliche, sind fast nur britischer Herkunft. In Wirkwaren, wie Strümpfe, Socken und Unterjacken behauptet Deutschland den ersten Platz; ausserdem liefert es noch Moleskins und Spitzen. Costarica be­zog im Jahre 1895/1896 für 285436 Goldpesos fremde Waren; davon stammten etwa zwei Drittel aus Grossbritannien; in den Rest teilten sich Deutschland und die Union. Honduras erhielt 1898 für 22354 Pfd. St. britische Fabrikate; Einfuhr aus Deutschland findet auch statt, lässt sich aber nicht mit Zahlen belegen. Das britische Honduras hatte 1898 einen Import von 15186 Pfd. St. Schätzungsweise kann man den Jahres­bedarf Zentralamerikas an fremden Baumwollwaren auf höchstens 15 Mill. Mark veranschlagen. Über die Einfuhr aus der Union vgl. Seite 474.

4. Westindien.

Als Christoph Columbus am 12. Oktober 1492 auf der kleinen Insel Guanahani gelandet und mit den Eingeborenen in Verkehr getreten war, brachten sie unter den Erzeugnissen ihrer Heimat auch Baumwolle in Fasern wie in kleinen Gespinnsten dar, und auf seiner Weiterfahrt traf er Stoffe und Kleidungsstücke daraus auch an anderen Stellen. Auch die Technik des Strickens scheint den westindischen Indianern bekannt gewesen zu sein; darauf deutet jedenfalls eine in einer Höhle bei Santo Domingo gefundene Figur (Fig. 209), welche, etwa 75 cm gross, ganz aus gestrickter Baumwolle hergestellt ist und einen natürlichen, aber gleichfalls mit Baumwolle überstrickten menschlichen Schädel besitzt. Dass Westindien die Heimat von G. barbadense ist, wurde früher mehr­fach erwähnt, vgl. Seite 46 ff. Die Samen dieser Art zeigt Fig. 210. Die europäischen Kolonisten, die sich auf den Antillen niederliessen, be­gannen ausser Tabak auch Baumwolle zu pflanzen, wobei sie die ein­heimische Art benutzten und damit vorzügliche Ergebnisse, sowie auf den ausländischen Märkten die höchsten Preise erzielten. Die Ausfuhr machte im Jahre 1753 2000 Ballen zu 440 Pfd. aus, eine für jene Zeit immerhin ansehnliche Summe, stieg aber mehr und mehr und erreichte