606 Neunzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropäischen Länder.
es in Mexiko 134 Cotton mills, die sich auf 21 Staaten und den Federal district verteilen (Fig. 208). Die meisten (27) derselben sind im Staate Puebla, daran schliessen sich der Federal district, Cöahuila, Tlaxcala, Veracruz, Mexiko, Durango, Jalisco, Guanajuato u. s. w. Von den industriellen Anlagen des Landes nehmen die Baumwollspinnereien und Webereien, wie bereits auf Seite 250 hervorgehoben wurde, den ersten Rang ein. Viele derselben beschäftigen 2000 Arbeiter, sind mit den neuesten Maschinen ausgerüstet und werden von europäischen Fachleuten geleitet. Die Fabrikate kommen den besten fremden Erzeugnissen gleich und verdrängen diese mehr und mehr. Die Mehrzahl der Fabriken befindet sich in den Händen von Spaniern, aber es sind auch einige Franzosen und Deutsche beteiligt. An Webwaren wurden 1896 über 7 Mill. Stück Tuch hergestellt. Dieses besteht hauptsächlich in sog. braunem Schirting („manta“). Das Weben wird noch vielfach im Handbetriebe ausgeführt. Die Druckerei ist ziemlich stark, die Bleicherei und die Färberei noch gar nicht vertreten.
Das Wachstum der mexikanischen Industrie hat bereits zur Verminderung der Einfuhr verschiedener Artikel geführt; sie sank z. B. von 1895/1896 zu 1897/1898 von 44900 auf 34080 qm. Der Wert der fremden Einfuhr betrug 1899/1900 5,08 Mill. Goldpesos; davon entfielen sechs Siebentel auf Gewebe, der Rest auf Garn.
3. Zentralamerika.
Zentralamerika kommt gegenwärtig in der Hauptsache nur für den Handel mit Fabrikaten in Betracht, da sich Anbau und Verarbeitung in den bescheidensten Grenzen bewegen. Allerdings betrieb man, nach C. Scherzer, in den mittelamerikanischen Freistaaten zur Zeit des nordamerikanischen Bürgerkrieges, namentlich in Nicaragua, San Salvador und im Hochlande von Guatemala den Anbau mit grossem Eifer, und erzielte Ergebnisse, „welche für die Zukunft zu glänzenden Hoffnungen berechtigen.“ Aber davon hat sich nichts verwirklicht. In den meisten Teilen Zentralamerikas ist vielmehr die Sache ganz eingeschlafen, vgl. Seite 94. Maschinenindustrie besteht nicht; etwas Handarbeit wird, nach C. Sapper, von den Kekhi-lndianern betrieben. Über die Einfuhr fremder Fabrikate liegt nur wenig Material vor. Danach hat in Guatemala der britische Import sehr nachgelassen; er sank 1895/1898 von 5 auf 1,76 Mill. Mark. San Salvador empfing 1896 für 0,99 Mill. Pesos fremde Fabrikate;