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Achtzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropäischen Länder.
V. Bedruckte Stoffe. A. Shiti, Kattun, mehrfach bedruckt in dunklen Farben, zuweilen auch unterfärbt, früher viel, neuerdings weniger begehrt, in Holland und England gemacht. B. Lesso, ebendaher stammend, mehrfach bedruckt in hellen Farben. C. Shawls, malabara, Kanga und Kissutos mit verschiedenen Farbenzusammenstellungen. Die Muster sind stetem Wechsel unterworfen. Jährlicher Einfuhrwert 0,35 Mill. Rup. V. Buntgewebte Stoffe. A. Lendentücher mit schwarzen Borden, Schuka gainti aus Indien, uleiti aus England. B. Kikoi, solche aus grauen Schirtings mit Borden. C. Kunguru, buntgewebte Schürzen. D. Kissua, Maskatschürzen, auch als Turbane oder Umschlagetticher verwendet, früher nur in Maskat, neuerdings auch in Indien sowie in Europa hergestellt. VII. Gewirkte Waren aus England und Deutschland. Der Absatz ist noch gering.
Für das portugiesische Ostafrika ist der Gesamteinfuhrbetrag nicht bekannt. In erster Linie kommen die Baumwollwaren aus England, das inr'Jahre 1899 für rund 2,5 Mill. Mk. lieferte. Ausserdem gelangen deutsche, portugiesische und indische Fabrikate dahin.
In Madagaskar bilden Baumwollgewebe, aus denen die Eingeborenen ihre Kleider fertigen, den hauptsächlichsten Einfuhrartikel, 1897 im Werte von 6,93 Mill. Fits., Grossbritannien lieferte den grösseren Teil davon, ausserdem die Vereinigten Staaten, Frankreich, Deutschland und Indien. Die Vereinigten Staaten führen seit langem Gewebe ohne Appretur ein, die von den Madagassen sehr geschätzt werden; sie sind von überlegener Güte und haben vom Markte nicht verdrängt werden können, obgleich der Preis infolge der langen Beförderung höher ist als der für gleichartige Waren aus anderen Ländern. Von den Maskarenen bezog Mauritius 1899 englische Fabrikate im Werte von 2,1 Mill. Mk., Reunion (Bourbon) einen minimalen Betrag.
Südafrika kommt lediglich als Einfuhrgebiet fremder Fabrikate in Frage, denn die Bemühungen der Engländer, in Natal die Pflanze zu bauen, haben keinen nachhaltigen Erfolg gehabt, wenn auch vielleicht die Versuche noch nicht ganz aufgegeben sind. Das Kapland bezog 1897 für 22,95, Natal für 1,55, die Südafrikanische Republik 1898 für 4,79 und Deutsch-Südwestafrika 1899 für 0,62 Mill. Mk. Die Einfuhr nach den ersten drei Gebieten erfolgt vorzugsweise von Grossbritannien, nach Deutsch-Südwestafrika grösstenteils aus Deutschland.
6. Zentralafrika.
In Zentralafrika spielt die Baumwolle eine sehr geringe Rolle, doch fehlt sie nicht ganz, wie aus den Berichten der Afrikareisenden hervorgeht. So teilt z. B. der Italiener Casati mit, dass das Dorf Kutschukali,