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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Afrika.

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Nach einer Notiz bei Andree gedeiht die Baumwolle in ganz Yoruba vortrefflich, doch wird nach dessen Ansicht die Ausfuhr stets unbeträchlich bleiben, weil es an geeigneten Arbeitskräften fehlt; ohnehin verhindern die unaufhörlichen Fehden eine regelmässige Zufuhr. Im Jahre 1860 nahm man in Manchester an, dass Yoruba etwa 20000 Ballen zu 112 bis 125 Pfd. liefern könne; aber im folgenden Jahre konnte doch Lagos nur 3447 kleine Ballen in den Handel bringen. 1884 waren es noch 530414 Pfund; von da an nahm die Ausfuhr ab und hörte 1897 ganz auf.

In Kamerun wächst, nach Dr. Preuss, G. herbaceum an verschiedenen Stellen wild und wird hier und da von den Eingeborenen zur Anfertigung von Zeugen benutzt. Ein Kulturversuch wurde im Jahre 1891 gleich­zeitig in Kamerun und in Viktoria mit G. barbadense gemacht; in Kamerun lieferte er auf leichtem, sandigen Boden ein sehr mittelmässiges Ergebnis; in Viktoria schlug er fehl, so vollständig, dass man das Misslingen kaum allein auf Rechnung des Klimas und der Bodenverhältnisse setzen kann.

Im portugiesischen Westafrika wird, nach J. J. Monteiro, Baum­wolle überall in kleinen Mengen gezogen; früher gelangte auch eine Kleinigkeit zur Ausfuhr. Man entsamt sie mit der Hand, schlägt sie mit einem Bogen, um sie zu lockern, und spinnt sie dann. Aber bereits in den siebziger Jahren ging diese Beschäftigung infolge der Einfuhr sog. Manchester Goods sehr zurück. Nur im Binnenlande hielt sie sich besser, wenigstens berichtete S. Pinto, dass die Ganguellas den von ihnen gewonnenen Rohstoff auf rohen Webstühlen zu handtuchartigen Streifen von grosser Güte verweben. Die Einfuhr von Baumwollwaren stellt ungefähr die Hälfte des Gesamtimportes dar und hatte 1899 einen Wert von 3 671754 Milrei's = 16,52 Mill. Mk. Den wichtigsten Artikel bilden gestreifte Gewebe (Riscados).

5. Ost- und Südafrika.

Für den Anbau der Baumwolle hat Ostafrika eine sehr geringe Be­deutung. In Abessinien wird die Staude,Dut, nach M. Th. von Heuglin, im Tiefland erzeugt, namentlich in Telemt und Wohni. Nach dem Deutschen Handelsarchiv (1901) wächst die Pflanze wild in einigen Be­zirken, besonders in Minjar, Iffat, Walkaet und in einigen an den blauen Nil grenzenden Gebieten; in diesen Provinzen und in dem grössten Teile des mittleren Hochlandes wird sie auch angebaut. Zander, der sich so lange in dem abessinischen Hochlande aufhielt, sagt:Die Baumwolle