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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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564 Siebzehntes Kapitel. Die übrigen aussereuropäischen Länder.

In Baumwollwaren beherrschte bis 1887 Lancashire ganz überwiegend den indochinesischen Markt. Da sich die französischen Fabrikanten lange sträubten, sich den seit langen Jahren eingeführten englischen Breiten, Längen und Massbezeichnungen in Yards sowie den üblichen Aufmachungen anzubequemen, so machte England trotz der inzwischen eingetretenen Zollbelastung seiner Waren noch durch geraume Zeit ein grosses Geschäft nach Indochina, bis die Fabrikanten in den Vogesen und in Rouen den Anforderungen ihrer Kolonialkunden entsprachen und seitdem den Haupt­teil des Bedarfes an Baumwollwaren decken. Während im Jahre 1889 nur 500000 Kilo davon aus Frankreich kamen, waren es 1899 bereits 4,3 Mill. Kilo, und England liefert jetzt nur noch kleine Mengen gewisser besonders appretierter Schirtings und einige unbedeutende andere Sachen. Garn kommt hauptsächlich aus Indien, weit weniger aus Japan; besonders stark ist es in Tongking begehrt, wo man drei mal mehr Garn als fertige Waren einführt und es im Lande selbst auf einfachen Handstühlen im Haus­betrieb zu schmalen, glatten Stoffen verwebt.

5. Die südostasiatische Inselwelt.

Die südostasiatische Inselwelt kommt für den Baumwollbau wenig in Betracht; zudem hält es recht schwer, darüber zuverlässige und ein­gehende Nachrichten zu erhalten. Die verhältnismässig geringe Aus­dehnung des Anbaues hängt wohl teilweise damit zusammen, dass die Niederländer sich für den Artikel nicht sonderlich interessierten, weil ihr Handel sich vorzugsweise mit anderen Artikeln beschäftigte und es noch thut. Wie gross der jährliche Ertrag der Baumwollkultur z. B. auf Java ist, darüber fehlt es an Ausweisen, aber er ist grösser als die Ausfuhr, da eine ansehnliche Industrie besteht. Die Ausfuhr aus dem nieder­ländischen Ostindien betrug 1898 5,81 Mill. Kilo im Werte von 1871000 Gulden. Der Verbrauch an Baumwolle ist aber jedenfalls nicht unbedeutend, da die gegen 40 Mill. starke Bevölkerung sich vorzugsweise in diesen Stoff kleidet (vgl. S. 273).

Auf dem malayischen Archipel sind Spinnerei und Weberei weit verbreitet. Spinnrocken und Spindel erinnern an gleichartige europäische Werkzeuge. Selbst die Dayaken verfertigen vortreffliche Zeuge aus Baum­wolle auf einem höchst einfachen, senkrechten Webstuhle, der, aus ein paar Stäbchen zusammengebunden, schief gegen die Hauswand gelegt zu werden pflegt (Fig. 199); die Batta verstehen Goldfäden einzuweben.