Ostasien und Australien.
handel in Betracht kommende Küstenplatz ist Niutschwang, über das etwa ein Zehntel der chinesischen Gesamteinfuhr seinen Weg in die Mandschurei findet. Davon entfällt ein reichliches Drittel auf amerikanische Gewebe. Überhaupt bilden ausser der Mandschurei die nördlichen Provinzen Chinas den Hauptmarkt für amerikanische Manufakte, die wegen ihrer grösseren Stärke und Billigkeit den englischen vorgezogen werden. Sie gehen nach Nordchina über Tientsin und Tschifu. Die japanischen Fabrikate haben sich hier wegen ihrer ungleichmässigen Beschaffenheit noch keinen grossen Absatz erobern können.
2. Korea.
Von China aus wurde die Baumwolle vor etwa fünf Jahrhunderten nach Korea gebracht. Der Boden und das Klima haben hier die Pflanze so verbessert, dass sie einen längeren Stapel und eine feinere Faser giebt als in China. Die offiziellen Quellen geben das Areal zu 190000 Acres an. Den Jahresertrag beziffert man auf 800 Milk Pfd. Saatbaumwolle; man reinigt sie mit Handmaschinen und erzielt 200 Milk Pfd. Fasern = 400000 Ballen a. G. Die hauptsächlichsten Anbaugebiete liegen in den Provinzen Huanghai, Chel-Ha, Kyeng-San, Chung-Chonga und Kueng-Kwi. Die Stengel werden, wie in China, verfeuert; die daraus gewonnene Asche aber dient als Dünger. Den Hauptteil der inländischen Industrie nimmt die Fabrikation baumwollener und hanfleinener Stoffe ein, die den gewöhnlichen englischen ungebleichten Baumwollwaren bedeutend nachstehen. Die für Soldaten bestimmten Stoffe werden dunkelblau gefärbt. Baumwollwaren stellen die Hälfte des gesamten Einfuhrwertes dar: 1897 5,1 Milk Doll, (zu 2,10 Mk.). In die Lieferung derselben teilen sich Grossbritannien, die Vereinigten Staaten und Japan in der Weise, dass letzteres in den genannten Jahren 35 bis 38 °/o einführte.
3. Japan.
Wie auf Seite 17 mitgeteilt, wurde die Baumwolle in Japan gegen Ende des 8. Jahrhunderts n. Chr. zuerst angebaut, aber bald darauf schlief der Betrieb wieder ein. Um das Jahr 1592 wurde die Staude nochmals eingeführt, wahrscheinlich durch die Portugiesen, worauf auch die japanische Bezeichnung „wata“ für die Faser, „ka-wata“ oder „wata noki“ für die Pflanze hindeutet. Aber erst im 17. Jahrhundert nach der Befestigung der Dynastie der Tokugawa gewann der Anbau grössere Ausdehnung. Es scheint