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Vorder- und Mittelasien.
Jahre wurden z. B. in Hodeida baumwollene Schnittwaren aus Grossbritannien für 254366 Pfd. St., aus Amerika für 46758 Pfd. St. und aus Indien für 14222 Pfd. St. importiert. Britische Schnittwaren, heisst es dort, gelangen in grossen Mengen durch indische Kaufleute nach Hodeida, doch werden jährlich noch etwa 4—6000 Ballen Domestics aus Amerika durch britisch-indische Händler und eine griechische Firma eingeführt und nach Bet el Faki und Sebid im Binnenlande weitergesandt, wo sie meist blau gefärbt und an die Beduinen und Araber verkauft werden. Das Verfahren, das die Araber beim Färben anwenden, ist folgendes. Etwa 12 Pfund Farbstoff, der wie Indigo aussieht, ! / 2 Pfd. Tamarinden, »/* Pfd. Colchicum und 3 Pfd. rohe Walkerde werden in ein grosses irdenes Gefäss gethan und mit Wasser sorgfältig gemischt, dann wird das amerikanische Gewebe in Stücken von ca. 5 m Länge in die Mischung getaucht und bleibt darin etwa 5—6 Minuten, wird sodann herausgenommen und getrocknet. Das wiederholt sich fünf bis sechs mal. Darauf werden die Stoffe in ein anderes, Gummi arabicum enthaltendes Gefäss gebracht, worin sie zehn Minuten bleiben und dann trocknen. Dieselbe Farbbrühe wird noch zwei mal benutzt. Die drei Sorten erscheinen zwar in der Farbe nicht sehr verschieden, doch ist die erste viel dauerhafter gefärbt und erzielt höhere Preise.
Die britische Besitzung Aden hatte im Jahre 1896/1597 an Baurn- wollwaren eine Einfuhr von 3,94 Mill. Rup. und eine Ausfuhr von 5,71 Mill. Rup. Aus Grossbritannien bezog Aden 1897 für 43483 Pfd. St., 1898 für 33063 Pfd. St. an Fabrikaten aus Baumwolle.
Maskat, die Hauptstadt des Sultanats Oman, führte im Jahre 1899 für 192 402'Rup. Gewebe nach Ostafrika aus. Basra dagegen importierte 1895 für rund 8 Mill. Mk. fremde Fabrikate.
Die Einfuhr des türkischen Asiens an britischen Baumwollwaren betrug 1899 47,3 Mill. Mk.
5. Transkaukasien.
Nach dem heutigen Transkaukasien ist der Baumwollbau in sehr früher Zeit von Persien her eingedrungen, denn ein grosser Teil desselben gehörte einst diesem Lande. Lange Zeit hindurch diente er aber aus- schiesslich dem heimischen Bedürfnisse, und sein Vorhandensein war in den beteiligten Kreisen Europas so gut wie unbekannt. Th. Ellison z. B. spricht in der ersten Auflage seines bekannten Handbuches der Baumwoll-
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