Vorder- und Mittelasien. 527
Russland, Österreich-Ungarn und England gingen. Dann sank die Ausfuhr beträchtlich und machte z. B. 1896 8123 Cwt., 1898 aber nur 2582 Cwt. im Werte von rund 65000 Mk. aus.
Der Anbau findet hauptsächlich in den Bezirken von Larnaka, Fama- gusta, Karpas, Lefka und Kythrea statt; er lieferte 1891 2664525 Okas zu 1,28 Kilo, 1897 aber 1 158850 Okas, von denen ein beträchtlicher Teil im Lande selbst verarbeitet wurde. Zudem bedarf Cypern noch der Einfuhr fremder Fabrikate im Jahreswerte bis zu rund 1 Mill. Mk., die ausschliesslich aus Grossbritannien kommen; dieses lieferte z. B. im Jahre 1898 für 42 637 Pfd. St.
3. Syrien und Palästina.
Josephus erwähnt eine Pfanzenfaser cheton, hebräisch „ketonet“, die wahrscheinlich von der in Palästina wachsenden Baumwollstaude stammte. Die Umgebung von Jericho war besonders bekannt wegen dieses Erzeugnisses; in Syrien wurde die Stadt Hierapolis als Mabog oderBonrbyce, d. i. Baumwollstadt, bezeichnet. Die Herstellung von Stoffen, die man „othonion“ nannte und die allem Anscheine nach aus Baumwolle gemacht waren, ist für Palästina durch Clemens Alexandrinus bezeugt. Movers aber ist der Meinung, dass schon die vorhistorische Bevölkerung Palästinas, um 1500 v. Chr., Baumwolle gebrauchte und dass die Phönizier den reichen Stämmen des südlichen Arabiens Stoffe daraus lieferten. Dagegen wird von anderer Seite Zweifel darüber erhoben, ob die alten Hebräer Baumwolle gekannt und verwendet haben, denn die dafür in Betracht kommenden Ausdrücke „Schesch“ und „Bus“ können auch Leinwand bedeuten. Aber der in dem spätentstandenen Buche Esther vorkommende Ausdruck „karpas“ darf ohne Zweifel mit Baumwolle übersetzt werden.
Im Mittelalter hatte Syrien jedenfalls einen blühenden Baumwollbau und vermochte viel von seinem Erzeugnis an andere Länder abzugeben. Baumwolle wurde in den christlichen Kreuzfahrerstaaten kultiviert und bildete auch nach deren Untergang noch lange Zeit hindurch einen gesuchten Handelsartikel für die italienischen Kaufleute, die hier ständige Agenturen besassen.
Gegenwärtig ist die Baumwollkultur, nach Riehm, in Palästina nicht unbeträchtlich und liefert für den Handel von Saida und Beirut einen ansehnlichen Ausfuhrgegenstand. Nach einer Notiz bei K. Andree wird sie im November um Nablus, Acre und Saphet geerntet; im Januar