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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Handel mit Rohbaumwolle. 175

letzteren dauerte nicht lange, denn schon 1865 lautete die Reihenfolge: Ostindien, Union, Brasilien, Ägypten u. s. w. und 1870 hatte die Union ihren ersten Platz wiedergewonnen, Smyrna, China und Japan dagegen waren aus den Einfuhrlisten verschwunden, zugleich hatte Grossbritannien mit diesem Jahre den Anschluss mit 1860, als dem bis dahin besten Jahre, erreicht. Der Cotton famine hatte sich also gerade über ein Decennium erstreckt.

Auch die übrigen Länder Europas wurden mehr oder weniger von den Wirkungen des amerikanischen Bürgerkrieges betroffen und zwar nicht nur diejenigen, die nordamerikanisches Gewächs verarbeiteten, sondern auch die andern, denn einerseits wurde das ostindische, ägyptische, levan- tinische u. s. w. Erzeugnis stark gesucht, anderseits schnellten die Preise für den Rohstoff zu früher kaum gekannter Höhe empor. Upland middling, die 1845 4V R Pence gekostet hatte, musste 1864 durchschnittlich mit 27V 2 Pence bezahlt werden; für Pernambuco fair gab man damals 28 3 / 4 Pence und für Dhollera fair 21'/ 8 , die man in den vierziger Jahren für ßRä Pence = 28 Pfg. hatte kaufen können.

5. Die Zeit nach dem amerikanischen Bürgerkriege.

Wenn, wie bereis bemerkt, der Cotton famine für manche Gebiete nur eine vorübergehende Blüte gezeitigt hatte, so trugen andere, wie Ägypten und Peru, einen dauernden Nutzen davon. Auf ein drittes Gebiet, das sich nachmals gut entwickelt hat, Centralasien, begann man damals zuerst seine Aufmerksamkeit hinzulenken. Auch die ostasiatischen Länder traten nun in den grossen Kreis des Welthandels mit Baumwolle, wenn­gleich es nicht unmittelbar die Folgen des nordamerikanischen Bürger­krieges, sondern andere Ereignisse waren, die dieses Ergebnis hervor­brachten.

a. Die Ausfuhrländer.

Seit Ende der siebziger Jahre begann nun zunächst die Union ihren im Jahre 1861 unterbrochenen Siegeslauf fortzusetzen. Mit der gewaltig steigenden Produktion wuchs auch die Ausfuhr, trotzdem der heimische Bedarf immer grösser wurde und namentlich im letzten Jahrzehnt einen ungeahnten Umfang angenommen hat. Mit der Steigerung der Ausfuhr, die ihren Höchstbetrag in der Saison 1897/1898 mit 7540000 Ballen erreichte 1899/1900 gingen 5946000 ausser Landes, änderte sich indessen die Versendungsrichtung, und es traten neue Bezugsgebiete