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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
Entstehung
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140 Fünftes Kapitel.

zu Packrapper, Fussteppichen, Matten u. dergl. verarbeiten lässt. Es giebt auch bereits eine patentierte Maschine, die aus fünf Tonnen Stengeln 1500 Pfund Faserstoff herzustellen vermag. Die Rückstände dieser Fabrikation können als Viehfutter dienen, namentlich gemischt mit Baum- wollsaat, aber es fragt sich, ob diese Mischung längere Zeit aufgehoben werden kann. Bei solcher Verwendung der Stoppel würde man von einem Stücke Land, das einen Ballen Fasern liefert, 1440 Pfund grobes Viehfutter und 270 Pfund Faserstoff gewinnen; letztere Masse wäre hin­reichend, um 20 Ballen damit einzuhüllen. Es muss aber bemerkt werden, dass es sich bei der eben besprochenen Ausnutzung der Stengel einst­weilen nur um Vorschläge und Versuche handelt; in die Wirklichkeit ist sie noch nicht übergetreten.

3. Die Samenkörner.

Die Samenkörner bilden, wie aus früheren Mitteilungen ersichtlich ist, dem Gewichte nach den Hauptinhalt der Kapseln, denn sie stellen zwei Drittel bis drei Viertel davon dar. Erinnern wir uns nun daran, dass man eine mittlere Gesamternte der ganzen Erde an Fasern auf etwa 3500 Millionen Kilo zu beziffern pflegt, so macht demnach der mittlere Jahresertrag an Samenkernen mindestens 7000 Millionen Kilo oder 7 Millionen metrische Tonnen aus.

a. Geschichtliches.

Merkwürdiger Weise hat es sehr lange gedauert, bis man den wirklichen Nutzwert der Samenkörner erkannte, denn erst im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts kam man dahinter, wenigstens in Europa und Amerika, dass die Samen ein wertvolles und zu vielfachen Zwecken ver­wendbares Öl enthalten. In Centralasien und in China, vielleicht auch anderwärts die Quellen fliessen über diesen Gegenstand sehr spärlich scheint man zwar die ölhaltige Eigenschaft der Samen schon längst ge­kannt zu haben, in Indien dagegen wusste man bis in die neueste Zeit nur wenig davon. Denn, wenn auch etwas Öl zu medizinischen und Leuchtzwecken gepresst wurde, so verwendete man doch den weitaus grössten Teil der Samen zur Fütterung des Rindviehs und glaubte, dass sie in besonderem Masse geeignet seien, die Milch der Kühe zu ver­bessern und zu vermehren. Auch für die Ausfuhr spielte der so wichtige Gegenstand, in Indien wenigstens, keine Rolle. Denn noch in seinem