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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Die Baumwollfaser, ihre Entwickelung und Beschaffenheit. 133

9. Vergleichende Betrachtung einiger anderer Fasern.

Nachdem die Baumwollfaser nach den verschiedensten Richtungen besprochen worden ist, folgen hier noch einige kurze Bemerkungen über einige andere Faserstoffe, um Vergleiche und Unterscheidungen anstellen zu können.

Unter den pflanzlichen Faserstoffen kommen vor allen der Flachs, der Hanf und die Jute in Betracht. Der Flachs, vergl. Fig. 57 b und d, besteht aus Bastzellen, die bei mikroskopischer Betrachtung eine durch das Auseinanderfallen der Verdickungsschichten hervorge­rufene Längsstreifung zeigen. Die Zellenwände sind stets stark und gleichmässig verdickt; deshalb er­scheint der Innenkanal nur schwach ausgebildet und vermindert sich bis auf eine dunkle, die Zelle durchziehende Linie. Ferner be­sitzen die Bastzellen eine regel­mässigwalzenförmige Gestalt, und ihre Enden verlaufen kegelförmig mit spitzem oder stumpfem Ende.

An Elastizität wird die Flachsfaser von der Baumwolle übertroffen; sie lässt sich höchstens um den fünfundzwanzigsten Teil ihrer ur­sprünglichen Länge ausdehnen und reisst, wenn man sie weiter zu spannen versucht, ln Bezug auf die Fähigkeit, Wasser aufzu­nehmen, steht sie der Baumwolle nur wenig nach. Der Grundstoff des Flachses ist Cellulose, findet sich aber in ihm nicht so rein wie in der Baumwolle.

Behandelt man die Flachsfaser mit Kupferoxydammoniak, so quillt sie auf; die Zelle aber löst sich auf, wobei die Innenhaut am längsten ausdauert. Die starken Wände der Flachszelle widerstehen der lösenden Wirkung der Schwefelsäure ebenfalls länger als die Bestandteile der

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Fig. 57. Fasern von Flachs und Ramie,

400 fach vergrössert.

a Ramie, b Flachs, c Längen- und Querdurchschnitt durch eine Ramiefaser, d Faserbündel des Flachses.