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Drittes Kapitel.
nur vereinzelt auftritt, geschieht dies bei Tacna in Nordchile unter 18 l / 2 0 s. Br., an der Ostküste aber, wo sie sich zusammenhängender zeigt, reicht sie im allgemeinen bis zum südlichen Wendekreise, dringt aber gelegentlich auch noch etwas weiter nach Süden vor. ln Afrika findet man die Pflanze, wenn man von Süden her kommt, zuerst in der Umgebung des Njassasees, dessen Südspitze von dem vierzehnten Parallel s. Br. geschnitten wird.
6. Die Anbauflächen.
Die für den Anbau der Baumwolle benutzten Bodenflächen für alle beteiligten Länder zahlenmässig genau mitzuteilen, ist zur Zeit unmöglich, da es bei vielen derselben an einer zuverlässigen Statistik mangelt, bei manchen aber fehlt geradezu jeder Anhaltspunkt. Offizielle Angaben darüber stehen überhaupt nur für die Vereinigten Staaten, für Indien, Ägypten, Japan und das. russische Asien zur Verfügung.
In den Vereinigten Staaten betrug das Baumwollareal im Mittel für das letzte Jahrzehnt des neunzehnten Jahrhunderts 21 149894 Acres oder 8459958 ha; den höchsten Betrag hatte das Jahr 1899/1900 mit 23521000 Acres oder 9400000 ha, den geringsten das Jahr 1893 mit 15881984 Acres oder 6352793 ha. Der Betrag des Jahres 1899/1900 wurde noch übertroffen durch das Jahr 1900/1901, das mit 25035000 Acres oder 10014000 ha den äussersten bisher erreichten Umfang des Baumwollbaues in Nordamerika darstellt. Es bedeutet dies eine Fläche, die die beiden deutschen Königreiche Bayern und Württemberg nebst dem Grossherzogtum Hessen oder die drei preussischen Provinzen Brandenburg, Pommern und Posen bedecken würde. Da seit Beginn des Baumwollbaues in den Vereinigten Staaten die Arealfläche zwar keine regelmässige, aber doch eine im allgemeinen zunehmende Erweiterung erfahren hat, so ist wohl die Vermutung gestattet, dass auch die Zukunft eine fernere Vergrösserung bringen wird. Diese Annahme aber begründet sich durch die Thatsache, dass der Eigenverbrauch des Landes in gewaltigem Massstabe wächst, sowie durch den Umstand, dass die Spinnereien in Europa und in Japan einen von Jahr zu Jahr erhöhten Bedarf haben, bezüglich dessen Deckung man doch in erster Linie auf die Vereinigten Staaten angewiesen ist. An der nötigen Bodenfläche aber fehlt es hier gewiss nicht.
Das Britische Ostindien zeigte von den siebziger bis Mitte der neunziger Jahre ein allmähliges Wachstum seines Baumwollareals; es betrug in den siebziger Jahren 10460000 Acres oder 4184000 ha, Anfang