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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
Entstehung
Seite
61
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DRITTES KAPITEL.

Anbau und Ernte der Baumwolle.

^ie Baumwolle ist ein Kind der Sonne; zu ergiebigem Gedeihen ^ erfordert sie viel Wärme und viel Sonnenschein. Ferner ist sie eine Tieflandpflanze, die weder steinigen oder felsigen Boden noch schroffe Temperaturübergänge verträgt. Ihr bestes Fortkommen findet sie daher in denjenigen Flachländern, die während der im Durchschnitt sechs Monate dauernden Wachstumszeit eine mittlere Wärme von 18 bis 26° C. und keine anhaltende Regenzeit, aber doch ausreichende Feuchtig­keit besitzen. Hohe Luftwärme, grosse Bodenwärme, heiterer Himmel bei Tage und reichlicher Taufall bei Nacht, also viel Feuchtigkeit bei anhaltendem Sonnenschein, das sind die Hauptbedingungen. In der ersten Wachstumsperiode schaden zwar häufigere Regenschauer nicht; sobald aber die Blüten aufgebrochen sind, muss trockenes, warmes Wetter vorherrschen, sonst leidet die Pflanze wie ihr Erzeugnis in erheblichem Masse. Auch die Bodenbeschaffenheit ist von Bedeutung. Viel Kiesel­säure (Sand) gilt als Haupterfordernis, doch muss sie fein zerteilt und mit den übrigen Bodenbestandteilen innig gemengt sein. Wenig geeignet ist humusreicher Boden, weil auf solchem die Staude auf Kosten der Früchte stark ins Kraut schiesst. Ganz untauglich ist steifer Thonboden, weil er die Feuchtigkeit nicht durchlässt, sondern festhält.