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Die Baumwolle nach Geschichte, Anbau, Verarbeitung und Handel, sowie nach ihrer Stellung im Volksleben und in der Staatswirtschaft / im Auftr. und mit Unterstützung der Bremer Baumwollbörse bearb. und hrsg. von A. Oppel
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Anbau und Ernte der Baumwolle. 87

graphischen Grenzen des Baumwollbaues, die Bodenflächen, auf denen Baumwolle gebaut wird, über die Ertragsmengen, über den mittleren Ertrag und die Produktionskosten zu geben.

5. Die geographischen Grenzen des Baumwollbaues.

Die geographische Ausdehnung des Baumwollbaues ist im allgemeinen auf der farbigen Karte Tafel I am Schlüsse dieses Buches dargestellt. Daraus geht auch hervor, dass die Kultur der verschiedenen Gossypium- arten vorzugsweise in den tropischen und wärmeren gemässigten Gebieten der nördlichen Halbkugel stattfindet, auf der südlichen Hemisphäre da­gegen von weit geringerer Bedeutung ist.

Auf der nördlichen Erdhälfte bildet im allgemeinen der vierzigste Breitegrad die Nordgrenze des Baumwollbaues, aber je nach den einzelnen beteiligten Gebieten gestaltet sich diese doch in etwas verschiedener Weise. In den Vereinigten Staaten hört die geschlossene Baumwollfläche bei dem 37° n. Br. auf, ja an einzelnen Stellen, namentlich in den ge­birgigen Gegenden der Staaten Tennessee und Nordcarolina reicht sie nicht einmal so weit. Zwischen dem 37. und 39. Parallel finden sich noch vereinzelte Flecken in den Staaten Kentucky und Missouri; die letzten Vorposten nach Norden zu aber besitzt Missouri bei 39° 30' zwischen 93 0 und 95 0 w. L. Gr.

In Europa dagegen dringt der Baumwollbau ein gutes Stück über den vierzigsten Parallel nach Norden vor. Dies geschieht in Ostrumelien am Südfusse des Balkans bei den Orten Chaskovo, Stara Zagora und Sliven, von denen der letztere unter 42° 40' n. Breite gelegen ist. Noch weiter reicht die Kultur der Staude in Mittelasien, wo sie überhaupt ihre nördlichste Verbreitungsstelle hat und zwar in der Nähe der Ortschaften Wernoje (Wjernye), Kuldscha und Altyn jemelskii, die im Thale des Flusses Ili oder in dessen Nähe liegen. Altyn jemelskii hat eine Polhöhe von 44° 30' n. Br. Allerdings handelt es sich hier um kleine An­pflanzungen, die dürftige Erträge liefern und ausschliesslich dem häus­lichen Bedürfnisse der Besitzer dienen.

Weiter nach Osten sinkt die Polargrenze des Baumwollbaues und liegt in Nordchina oder in der südlichen Mandschurei bei dem vierzigsten Parallel, in Japan aber noch etwas tiefer, nämlich bei 39° n. Br.

Auf der südlichen Hemisphäre endet die Gossypiumkultur viel früher als auf der nördlichen. An der Westküste Südamerikas, wo sie überhaupt