e. Die Verwaltung einer Dorfschaft ('o le pule a le niTu).
"Während oben (a. 2) nur von den grossen fono die Rede war, welche des näheren bei der fä'alupega von Aana, Tuamasaga und Atua beschrieben sind, sei liier noch die Schilderung eines (iemeinderates einer Dorfschaft aufgeführt. Es erhellt, aus dieser am besten die Thätigkeit eines solchen und dessen Obliegenheiten. Wegen der Strafen habe ich schon bei der Geschichte der Verfassung p. 10 Anm. 1 auf Stuebel (p. 129—136) verwiesen.
'Afai 'ua potopoto le nu'u e fai sa latou fono, 'ua niatuä mamalu tele lava le mea, r ua usu ai le fono. E le toe alu i ai se fafine po'o se feine, po'o se tama itiiti, 'a 'ua leai fo'i se mea, e toe pa'ö, auä ua latou fa'a- aloalo tele i le fono. Ona usu mai ai lea 'o le 'aumaga, 'ua nofoi 1 mai i fafo; auä e sä se taule'ale'a e sau i le fale, 'ua fai ai le fono. Ona fai lea 'o lauga. 'Ua muamua ona fa'a- fetai i le tupu i le lagi, ona fai ai lea 'o tapui o le nu'u. Ona tautala lea i le tulafono: 'Aüa le gaoi, 'aüa le pepelo, 'aüa le fasioti tagata, 'aüa le magumagu 4 , 'aüa le si’i le tuaoi ma le tasi. 'A solia lenä tulafono e se tasi, e fa'asalaina i 'aumatua e Ina ma talo e mataselau 5 . Ona fai ai lea 'o lauga 'uma, 'ua i'u fa'atasi. 'Ua fai 'ava 'ua maia. Ona fai ai lea 'o le tauofoga. 'Ua fa'apea mai le tasi ali’i: 'Au mai la'u pua'a ma talo e matä- lima! 'A e fai mai fo'i le tulafale: Ia 'au- mai a'u pua'a e lua ma talo e mataselau! Toe fai atu le tasi: 'Aumai 'au talo e mata- gafulu, 'ua leai sa'u pua'a e maua, 'ua tafita- fia le äiga nei. 'A e tali atu a le tasi: la fa'atatauia 'o le finagalo o lo tatou nu'u 'ai, 'ua lava se agatonu mo le aofia i le asö! 'A e tali mai le tasi: 'Ua lelei lau fetalaiga, tatou faiai lenä tonn 'ua lelei. Ona ö ai lea 'o taule'a lea 'ua fai suavai 8 ; 'a e nonofo le 'aufaipule i le toe tauati le tuäfono.
'Ua fa'apea a latou lauga: E alu le tagata e tötö sona maumaga, tötö ma sona talo, totö ma niu e selau, totö ma fa'i e selau, totö pu'e 9 e selau; tä ma sona
Wenn sich ein Ort versammelt um Rat abzuhalten, so nimmt man sehr den Platz in acht, wo der Rat stattfinden soll. Keine Frau geht mehr dorthin oder ein Mädchen, oder ein Kind und man macht auch dort keinen Lärm, weil man sehr grosse Achtung dem Rate entgegenbringt. Es kommen die jungen Leute und setzen sich vor dem Hause hin; denn kein junger Mann darf das Haus betreten, in dem der Rat stattfinden soll. Darauf wird eine Rede gehalten. Zuerst dankt man dem König im Himmel 2 , dann bestimmt man das tabü 3 für den Ort. Dann bespricht man die Gesetze: Lasst das Stehlen, lasst das Lügen, lasst das Totschlägen, lasst das Gierigsein, verschiebt nicht eure Grenzen und sonstiges. Wenn diese Gesetze übertreten werden, dann wird bestraft mit zwei fetten Schweinen und hundert Taroköpfen. Dann halten alle Reden, die alle auf dasselbe 6 auslaufen. Dann wird die gekaute Kawa 7 getrunken. Dann macht man Essensanbietungen. Also spricht einer der Häuptlinge: Bringt mein Schwein und fünfzig Taroköpfe! Oder es spricht ein Sprecher: Bringt meine zwei Schweine und hundert Taroköpfe! Wieder spricht ein anderer: Bringt meine zehn Taroköpfe, aber icli habe leider kein Schwein bekommen, meine Familie ist zur Zeit schlecht daran. Wieder spricht ein anderer: Der Wille unserer Dorfschaft ist erfüllt und unserer Versammlung ist heute Genüge gethan! Und ein anderer antwortet: Gut ist deine Rede, wir fügen uns deinem Spruch, es ist gut! Darauf gehen die jungen Leute und machen das Essen fertig; die Schar der Gemeinderäte sitzt alter weiter, und Hält wieder Reden im Nachfono.
Also sind ihre Reden: Die Leute sollen gehen und ihre Taropflanzungen anlegen, sie sollen ihren Taro pflanzen, hundert Kokospalmen pflanzen, hundert Bananenstauden pflanzen und hundert Yams pflanzen; sie sollen ein kleines
1 nofoi to fall in a sitting posture Pratt; gemeint ist (las rasche Sichhinsetzen, kreuzbeinig natürlich, in Gegenwart von Älteren und Höheren, denn Stehen in Gegenwart eines Häuptlings gilt als schwere Beleidigung.
2 Wie ehemals dem Dorfgotte, so huldigt man jetzt dem Christengotte, hei der Eröffnung des Rates seiner gedenkend.
3 Es wird bestimmt, ob Hühner, Schweine, Kokosnüsse etc. gegessen werden dürfen, die aus irgend einem Grunde (bevorstehende Feste, Copraschneiden u. s. w.) geschont werden müssen.
4 magumagu nennt man einen, der alles haben will.
6 Man zählt Taro mit mata, Brotfrucht mit fna, Fische mit lau; siehe Pratt p. 10. limamata 5 Taro, matalimaöOu.s.w.
0 Nämlich „befolgt die Gesetze“.
7 Diese wurde einstweilen von der 'aumaga bereitet.
8 suavai eigentlich „Wasser“; man nennt sua aber auch alles fertige gekochte Essen, im Gegensatz zum ungekochten ‘aiga.
9 pu'e eigentlich nur der Erdhaufen, der beim Lochgraben entstellt, während beim Taro nur ein Loch mit dem Pfahl ('oso) gemacht zu werden braucht.