dessen Blüten das bekannte Bandwurmmittel liefern und bisher ausschliesslich aus Abyssinien eingeführt wurden; jetzt ist der Baum ausser auf dem Kilimandscharo auch in Usambara gefunden worden, so dass dort wohl ein Sammeln der Blüten und eine Ausfuhr sich lohnen würde. Eine wichtige Arzneipflanze ist ferner noch Strophanthus Kombe, dessen Samen ebenso wie die des westafrikanischen St. hispidus Strophanthin enthalten und zur Gewinnung dieses Heilmittels in den Handel kommen.
V. Schutzgebiet der Neu-Guinea-Kompagnie.
Neu-Guinea war bekanntlich noch vor wenig Jahren eins der verschlossensten Länder, und die Kenntnis der Vegetation dieser grössten Insel der Erde datiert, abgesehen von kleineren Expeditionen, die in früheren Jahren an den Küsten unternommen wurden, erst aus den letzten drei Jahrzehnten. Der westliche Teil der Insel, das niederländische Gebiet, ist noch am längsten bekannt: Lesson sammelte auf der Weltreise der französischen Korvette »Astrolabe« im Jahre 1827 eine Anzahl von Pflanzen; später brachte namentlich Zippel, der die holländische Korvette »Triton« nach der Südwestküste der Insel begleitete, wichtiges Material von dort heim, das meist in Miquel’s Flora von Nederl. Indie veröffentlicht wurde; nicht minder wertvoll war die von Teysmann im Nordwesten der Insel angelegte Sammlung, welche Scheffer*) publizierte; vor allem aber sind zu erwähnen die von Beccari auf seinen vier Reisen in Neu-Guinea zusammengebrachten reichen Schätze, die aber leider bisher erst zum Teil in seinem gross angelegten Werke »Malesia« bearbeitet worden sind. In ausgedehnterem Masse wurde der englische Teil der Insel durchforscht. Zuerst waren es Missionare, die wiederholt kleinere Sammlungen im Süden des Gebietes anlegten, welche von Ferdinand von Müller in einer Reihe von Publikationen**) veröffentlicht wurden; ferner sammelte D’Albertis, der Reisegefährte Beccari’s am Fly-River; seine Sammlungen sind aber ebenso wie die sehr umfangreichen des bekannten englischen Forschers Forbes leider noch nicht völlig bearbeitet; sehr wichtig ist die von Sir William Mac Gregor, dem Gouverneur von Britisch-Neu-Guinea, gelegentlich der Besteigung der über 4000 m hohen Owen Stanley- Kette angelegte Sammlung, welche ebenfalls von F. von Müller***) untersucht wurden. Die Resultate dieser Durchforschungen des niederländischen und des englischen Teiles der Insel sind natürlich auch für die Kenntnis der Flora von Deutsch-Neu-Guinea von der grössten Wichtigkeit. In Kaiser Wilhelmsland selbst sind
*) Ann. du Jard. de Buitenzorg 1876.
**) Notes on Papuan Plants.
Records of observations on Sir William Mac Gregors Highland-Plants from New-Guinea. Melbourne 1889.
die ersten grösseren Sammlungen 1886 angelegt worden von Dr. Hollrung auf einer von der Neu-Guinea- Kompagnie ausgerüsteten Expedition; dieses wichtige und für die botanische Erforschung unseres Schutzgebietes grundlegende Material wurde von K. Schumann*) bearbeitet. Einen ebenso wichtigen Beitrag zur Kenntnis der Flora lieferten die Sammlungen, welche Dr. Helhvig an verschiedenen Punkten des Gebietes zusammenbrachte. Von besonderem Interesse war dabei die Ausbeute, die dieser leider so früh verstorbene P'orscher auf der mit Zoller unternommenen Ersteigung des Finisterregebirges gemacht hatte, bei der man bis zu einer Höhe von 2660 m gelangte; diese Ausbeute wurde von Dr. O. Warburg'**) bearbeitet. Dieser selbst hatte auf seiner mehrjährigen Reise durch den Malayischen Archipel im Jahre 1889 sowohl Neu-Guinea selbst, und zwar ausser dem deutschen Gebiet auch den holländischen Teil, als auch mehrere von den umliegenden Inseln, so die Key- und die Aru-Inseln (diese waren auch von der Challenger - Expedition berührt worden) und den Bismarck-Archipel besucht. Eine Tour auf den allerdings kaum 1000 m hohen, aber floristisch sehr reichhaltigen Sattelberg in Kaiser Wilhelmsland war von ihm gemeinschaftlich mit Ilell- wig unternommen worden. Die Ergebnisse dieser Expeditionen hat er in mehreren Abhandlungen***) niedergelegt und in denselben nicht nur eine Aufzählung bezw. Beschreibung der von ihm gesammelten Pflanzen, sondern auch eine Darstellung der allgemeinen Vegetationsverhältnisse des Schutzgebietes gegeben und besonders die Beziehungen der Vegetation zu den Nachbargebieten besprochen. P'erner ist hier noch L. Kärn- bach zu nennen, der sich mehrere Jahre hindurch in Neu-Guinea aufhielt und durch wiederholte, besonders aus Kryptogamen bestehende Sendungen an das königl. botanische Museum zu Berlin sich verdient gemacht hat, und Dr. C. Lauterbach, der soeben von seiner zweiten Reise nach Neu-Guinea zurückgekehrt ist, und dessen reiches Material voraussichtlich ebenso zur Vermehrung unserer Kenntnisse beitragen wird, wie das von seiner ersten Reise. Nicht in gleichem Schritt mit Neu-Guinea ist die botanische Erforschung des Bismarck-Archipels vor sich gegangen. Zwar sind diese Inseln schon von Gaudichaud und von Lesson besucht, und später von der Gazellenexpedition berührt worden, auf welcher
*) K. Schumann: Die Flora des deutschen ostasiatischen Schutzgebietes in Engl. Jahrb. IX. 1887. K. Schumann und M. Hollrung: Die Flora von Kaiser Wilhelmsland, Beiheft zu den Nachrichten über Kaiser Wilhelmsland und den Bismarck-Archipel 1S89.
**) Warburg: Bergpflanzen aus Kaiser Wilhelmsland, ge
sammelt von Hellwig in Engl. Bot. Jahrb. XVI. 1892; und Plantae Hellwigianae in Engl. Bot. Jahrb. XVIII. 1894.
***) Die Flora des asiatischen Monsungebietes in Verli. Ges. Deutsch. Naturf. u. Aerzte 1890. — Beiträge zur Kenntnis der pa- puanischen Flora in Engl. Bot, Jahrb. XIII. 1891. — Die Vegetationsverhältnisse von Neu-Guinea in Verh. Ges. Erdkunde. Berlin 1892.
341