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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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damara und Buschmänner benutzen die Sansevieria- Faser vielfach zur Herstellung von Tauen.

Als Gerb material besitzen die langen Wurzeln der Elephantorrhiza BurcJiellii einige Wichtigkeit, einer Leguminose, welche in Natal verbreitet ist und dort Elands Bontjes genannt wird.

Gummi gehört zu den wenigen pflanzlichen Pro­dukten, welche exportiert werden. Es stammt von mehreren Akazienarten, besonders von Ä. hebeelada und A. Jiorrida, besitzt aber nur geringen Wert im Ver­gleich zu dem echten arabischen Gummi. Es sollen im Jahre 1894/95 aus Lüderitzbucht 10000 kg im Werte von 6200 M. ausgeführt worden sein.

Aus dem Amboland dürfte von Interesse auch eine Giftpflanze sein, eine buschartige Apocynacee, Adenium Boehmianum, mit deren Milchsaft die Pfeil­spitzen vergiftet werden.

IV. Ostafrika.

Von unseren Kolonien ist unstreitig Ostafrika die­jenige, deren Vegetationsverhältnisse am besten be­kannt sind. Etwa seit 1860 sind die ersten grösseren Sammlungen nach Europa gekommen. Pis war be­sonders Dr. Kirk, der als Arzt die Livingstone- Expedition begleitete und später als englischer Konsul von Sansibar unausgesetzt der Pflanzenwelt der von ihm in vielen Reisen durchstreiften Länder seine Aufmerksamkeit schenkte. Um dieselbe Zeit (186063) unternahmen Speke und Grant ihre grosse Expedition durch Ostafrika nach dem Nil, deren botanische Resultate durch Oliver*) publiziert wurden. Die botanischen Ergebnisse der Deckenschen Expedition, welche die ersten Pflanzen vom Kilimandscharo mitbrachte, sind in dem Reisewerke der Expedition**) bekannt gemacht worden. Rev. New bestieg den Berg bis zu ziemlich be­deutender Höhe und machte über seine Vegetation und die physiognomische Beschaffenheit der einzelnen Re­gionen einige Angaben, die in einer Abhandlung von Hooker***) niedergelegt wurden.

J. M. Hildebrandt, welcher schon von 1872 an Abyssinien und Somaliland durchforscht hatte, sammelte 1875 und 1876 an verschiedenen Punkten unseres jetzigen Schutzgebietes; seine Pflanzen wurden zum grösseren Teil von W. Vatkef) bearbeitet. Die von

*) The Botany of the Speke and Grant Expedition in Transact. of JLinn. Soc. XXIX. 1871.

**) C. von der Decken: Reisen in Ostafrika in den Jaliren 185965. Ilerausg. von O. Kersten. Bd. III. Abt. 3. Botanik, bearbeitet von P. Ascherson, O, Boekeler, F. W. Klatt, M. Kuhn, P. G. Lorentz und W. Sonder; und M. Kuhn: Filices Deckenianae. Leipzig 1867.

***) Ilooker, The subalpine Vegetation 011 Kilima Njaro in Journ. of I.inn. Soc. XIV. 187374.

t) Plantes in itinere africano ab J. M. Ilildebrandt collectas de- terrainare pergit W. Vatke, in Oest. bot. Zeit. XXVI. 1876XXX. 1880 und in Linnaea XLUI., 188082.

Dr. Böhm auf der Expedition von Böhm, Kaiser und Reichardt 188084 gesammelten Pflanzen

stammen sämtlich aus den Landschaften Kawende und Karema am östlichen Ufer des mittleren Tanganyika- sees und den sich östlich daran schliessenden Land­schaften Uganda, Ugalla und Ukononga.*) Eine ausser­ordentliche Bereicherung unserer Kenntnisse der Flora verdanken wir den beiden Reisen Dr. A. Fischers, besonders der zweiten 188586, wo er von Pangani bis Kagehi, darauf an der Ostseite des Victoria Nyanza nordwärts und schliesslich durch die Hochländer Kikuju und Ulu im nördlichen Massailande nach Wanga zurück­kehrte. In den nächsten Jahren wurde der Kilima­ndscharo besucht von H. H. Johnston**), O. Ehlers, L. von Höhnel und von Dr. H. Meyer, dessen botanische Ausbeute seiner beiden Reisen ganz er­heblich unsere Kenntnis der Flora vermehrte. Vor allem aber hat sich Dr. F. Stuhlmann die grössten Verdienste um die Erforschung der Vegetation Ost­afrikas erworben, indem er nicht nur auf der grossen Emin Pascha - Expedition mit bewunderungswürdiger Ausdauer und oft unter den schwierigsten.Verhältnissen Tausende von Pflanzen gesammelt hat, sondern auch auf seinen späteren kleineren Reisen und noch jetzt, als Chef der Abteilung für Landeskultur in unserem Schutzgebiet, unermüdlich die Interessen der Botanik fördert und allen Wünschen der Botaniker auf das Bereitwilligste entgegenkommt. In dem früh ver­storbenen C. Holst, der zuerst als Gärtner in Mlalo thätig war und dann mit dem Sammeln von Pflanzen im Gebirgslande von Usambara und eine Zeitlang auch am Kilimandscharo sich beschäftigte, verloren wir einen ausgezeichneten Sammler, der nicht nur zahlreiche neue Formen einsandte, sondern hauptsächlich auch, den Weisungen der botanischen Centralstelle zu Berlin folgend, durch ausführliche Mitteilungen über die Vegetation der von ihm durchstreiften Gegenden, eine Gliederung der Vegetation Usambaras***) und damit eine Grundlage für eingehendere Studien der ostafrikanischen Pflanzenwelt ermöglichte. Zur Kenntnis der Flora des Kilimandscharo hat am meisten Professor Dr. G. Vol­ke ns beigetragen, der sich längere Zeit hindurch auf der Marangu-Station aufhielt und von dort aus zahl­reiche Exkursionen nach allen Richtungen hin unter­nahm. Als Botaniker von Fach konnte er an die Durchforschung der Vegetation des Berges mit ganz anderen Kenntnissen herangehen als seine Vorgänger, und so haben wir, nachdem er schon früher über

*) E. Iioffinann, Beiträne zur Kenntnis der Flora von Central- Ostafrika. Berlin 1889.

**) Oliver, Enumeration of the plants collected by Mr. H. H. Johnston in the Kilimandscharo-Expedition 1884, in Transaet. Linn. Soc. Ser. II. Vol. II.

***) A. Engler, Gliederung der Vegetation Usambaras.

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