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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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Verwaltung bei den höherstehenden farbigen Elementen der Bevölkerung, den Arabern, Goanesen, Indern, ist in stetem Wachsen begriffen. Auf dieselben machen wohl in erster Linie der Fleiss, die Gerechtigkeit und die Unbestechlichkeit der deutschen Beamten und Offiziere, Eigenschaften, welche in der orientalischen Welt nicht die Regel, sondern die Ausnahme zu bilden pflegen, Eindruck. Handel und Wandel wird sich bei fort­schreitender Erschliessung neuer Produktionsquellen bedeutend heben, und die Kaufleute machen sich die durch die Befestigung der deutschen Herrschaft ge­schaffene Lage zu nutze. Selbst an der äussersten Grenze des Landes, in Udjidji, hat die Deutsch-Ost- afrikanische Gesellschaft eine Handelsfaktorei errichtet, welche mit Elfenbeinhandel gute Erfolge hat und nun

Wenn gesagt worden ist, dass die Erwerbung von Deutsch-Ostafrika im ersten Jahre in den Augen vieler Verständigen ein Abenteuer, nach mehr als drei Jahren eine glorreiche That und nach fünf Jahren im Lichte eines ungenügend vorbereiteten Unternehmens erschien, so möchten wir jetzt nach einer Arbeit von mehr als zehn Jahren uns im grossen und ganzen dahin aus­sprechen, dass es ein wahres Glück gewesen ist, dass uns noch Ostafrika zugefallen ist und wir handels­politisch und politisch am Indischen Ocean festen Euss fassen konnten. So viel steht jedenfalls fest, dass das grosse Ostafrika für uns ein Versuchs- und Arbeits­feld geworden ist, auf dem die deutsche Thatkraft und Intelligenz einst sicher einen reichen Lohn für alle auf­gewendete Mühe finden wird.

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auch den Gummiexport von dort versuchen wird. Ueberall wo sich eine Station bildet, findet sich auch der europäische Händler ein, der bei geschickter Ge­schäftsführung und Ausdauer den bedürfnislosen Indern eine bedeutende Konkurrenz machen kann. Unter den ruhigeren Verhältnissen wird auch der Anbau von Feldfrüchten unter den Eingeborenen bedeutend zu­nehmen und sich dadurch der Import- und Export­handel erheblich heben. Der Plantagenentwicklung scheint jetzt, nachdem die ersten Arbeiten gemacht worden sind, eine baldige blühende Entwicklung be­vorzustehen, und auch auf bergbaulichem Gebiete er­öffnen neuere Funde die besten Aussichten, zumal wenn erst der Eisenbahnbau einen grösseren Umfang angenommen hat.

Klimatologisclies.

Die klimatologische Erforschung Deutsch-Ostafrikas ist, namentlich in Anbetracht seiner grossen räumlichen Ausdehnung, noch nicht so weit vorgeschritten, wie z. B. die von Togo. Die vorhandenen Beobachtungs­reihen sind vielfach lückenhaft oder nicht völlig zu­verlässig. Immerhin kann man aber wohl sagen, dass das ganze weite Gebiet, selbst die Gebirgsregioncn von Uluguru, Usambara, des Kilima-Ndjaro, Konde etc., so­wie die Grenzgebiete nach dem Kongostaat zu nicht ausgenommen, im allgemeinen einen ziemlich ähnlichen klimatischen Charakter besitzt.

Die wesentlichste Eigentümlichkeit des ostafri­kanischen Klimas ist seine verhältnismässig grosse

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