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Deutschland und seine Kolonien im Jahre 1896 : amtlicher Bericht über die Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung / hrsg. von dem Arbeitsausschuss der Deutschen Kolonial-Ausstellung ... Red.: Gustav Meinecke ... Zeichn.: Rudolf Hellgrewe
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ogoland berührt die Küste des Atlan­tischen Oceans nur in einer Länge von 52 km von Deck des an­laufenden Dampfers kann man einen guten Bruchteil derselben überblicken. Es giebt da allerdings nicht viel zu sehen, denn die Küste erscheint als ein niedriger gelber Sand­streifen, der stellenweise mit Gestrüpp oder Busch oder Kokospalmen bestanden ist. In den Palmenhainen liegen die Dörfer und Ansiedlungen der Eingeborenen versteckt; nur Lome nahe der West- und Klein-Popo nahe der Ostgrenze machen dem Besucher der Togoküste durch eine grössere Anzahl ansehnlicher heller Europäerhäuser den Ein­druck städtischer Gebilde.

Diese Küste hat keinen Hafen, und alle Schiffe gehen auf der Reede ausserhalb der Brandung vor Anker. Die Brandung ist sehr hoch, und manches Mal müssen die Dampfer, trotzdem sie Ladung löschen oder einnehmen wollen, weiterfahren, weil sie mit dem Lande nicht in Bootsverkehr treten können. Mit diesen Brandungsverhältnissen hat man zu rechnen. Der schwarze Postbeamte, der in Lome an Bord des von Deutschland ein­kommenden Dampfers geht, um die Post ab­zunehmen, bringt zu diesem Zweck eine feste, mit eisernen Bändern beschlagene Tonne mit.

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Diese wird an Deck geöffnet und, nachdem die Postsachen hineingethan sind, wieder fest geschlossen. Wenn nun auf der Fahrt zur Küste das Boot in der Brandung um­schlägt, so kann doch die Tonne nicht untersinken, sondern sie wird an den Strand gespült und dort geborgen. Das Ein- und Ausladen der Güter ist immer eine missliche Sache; gar manche der beladenen Boote schlagen in der Brandung um, und wenn auch die Güter, wie jene Posttonne, an das Elfer geworfen werden, so ist doch ihr Inhalt oft verdorben. So ist auch das Landen in Togo nichts weniger als angenehm. Der Passagier ist stets bereit, aus dem etwa um­schlagenden Boote in das Wasser zu springen, aber so, dass er nicht unter das Boot zu liegen kommt oder von ihm getroffen wird. Manche der Europäer sind vorsichtig genug, nicht in Gesellschaft mit anderen Weissen und auch ohne Gepäck zu fahren, damit für den Fall des Umschlagens die Bootsmannschaft nur mit der Rettung des einen zu thun hat. Zudem birgt das Wasser hier viele Haie, denen nicht allzu selten Menschenleben zur Beute werden. Die Brandung besteht aus langen, hohen und schweren, in kurzen Zwischenräumen auf­einanderfolgenden, sich brechenden Wellen­kämmen, die auf den flachen Strand auflaufcn

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