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Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
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528 Das Kiautschougcbiet.

die chinesische Regierung zur Nachahmung in anderen Gebieten unter deutscher Anlei­tung veranlaßt s^l, iW9;64^.

6. Die Miern>e5t.

Noch ärmer als die wildwachsende Pflanzenwelt ist die ursprüngliche höhere Tier­welt im Schutzgebiet, infolge der starken Besiedelung und des Mangels an Wald und Busch. Fuchs und Dachs sind noch ziemlich häufig, der Wolf dagegen kommt nur noch selten vor, und zwar in den wilderen Teilen der Hochgebirge. Die Jagdschutzverordnung vom 9. November 1905 nennt als jagdbare Tiere: Hasen, Ottern, Wölfe, Füchse, Dachse, Wild­katzen, Edelmarder, Steinhühner, Wachteln, Fasanen, wilde Tauben, Drosseln, Schnepfen, Trappen, Brachvögel, Wachtelkönige, Kraniche, Stein-, See-, Fisch-, Schlangen-, Schrei­adler, wilde Schwäne, wilde Gänse, wilde Enten und andere Sumpfvögel, mit Ausnahme der grauen Reiher, Säger, Kormorane und Bläßhühner s^42; 20^. In Zugzeiten fallen außer massenhaftem Wassergeflügel im Bereich der Watten in der Bucht sehr zahlreich ein: die Waldschnepfe, Doppelschnepfe, Bekassine, Wachtel, der Kranich. Im Interesse der Forst­verwaltung wird den Insektenfressern, wie Elster, Kuckuck, Drossel, zu denen hier auch der Sperling sich gesellt, möglichster Schutz zuteil, und man merkt auch bereits ihre Zunahme.

An schädlichen Insekten ist leider unser Schutzgebiet ebenso wie Schantung über­haupt sehr reich. Am gefährlichsten ist davon der Kiefernspinner, von dem oben als einem Feind unserer Aufforstungsarbeiten die Rede war (S. 527). Von größerer Heuschreckenplage, die nach Hirth in Schantung häufig vorkommt, ist aus neuerer Zeit in unserem Schutz­gebiet nichts bekannt geworden. Die Zucht der Seidenraupe, so bedeutend in anderen Teilen Schantungs, spielt bei uns keine Rolle.

Eine eigentliche chinesische Viehzucht gibt es im Pachtgebiet nicht, der Bauer züchtet Haustiere fast nur, um sie bei der Feldarbeit zu verwenden oder Dünger zu erzeugen. Zu ersterem Zweck benutzt man Rinder, Esel und Maultiere, zu letzterem vorzugsweise Schweine. Das Schwein ist das einzige Tier, das auch zu Mastzwecken gehalten und als Nahrung verkauft wird. Für den Europäer gilt dies hier wie anderswo in China als un­genießbar, hauptsächlich wegen der unästhetischen Art der Fütterung; der Chinese selbst hält das hiesige kleine, dunkelfarbige Schwein, das Tsangkouschwein, für besonders wohlschmeckend, es wird weithin von hier ausgeführt ^1,1904; 31^. Rindvieh und Schafe zu Schlachtzwecken mußten für uns bisher aus dem Innern bezogen werden s^l, Okt. 1838; 23^. Auch Feder­vieh hält sich der Bauer bisher nur zum Hausgebrauch, und zwar Hühner und Enten. Der Einführung europäischer Viehzucht, deren Entwickelung in größerem Maßstabe auch der Mangel an Weide entgegensteht, sind Seuchen bisher besonders hinderlich gewesen.

7. Ais WevötKerung.

Zahl und Verteilung. Bald nach der deutschen Besitzergreifung fand durch Marineoffiziere eine Aufnahme der sämtlichen Dörfer unseres Schutzgebietes statt und eine damit verbundene Schätzung der Einwohnerschaft. Sie ergab etwa 84,000 Köpfe in 284