Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
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Das Kiautschougebiet.

schönste und geologisch interessanteste s42; 152) ist die westlichste von ihnen, Schuilingschan, etwas über 3 Km lang und 3 Km breit. Sie wird von einem steilen Gebirge erfüllt, das in? süd­lichen Teile in 507 m gipfelt und von dort in zwei Kämmen nach Osten und Norden ausläuft. Die Basis des Gebirges, das insbesondere im Süden und Osten in steilen Brandungsufer­abstürzen aufgeschlossen ist, besteht aus Karbonschichten, in denen man jene Kohlen vermutet (s. Taf. 33, Bild 2). Über thuen liegen Porphyre sowie eine Wechselfolge von Breccien, Kon­glomeraten, Grauwacken, Sandsteinen und Schiefern, also sonst im Schutzgebiet fehlenden Sedimentbildungen; als gemeinsame Decke eine gewaltige Eruptivbreccie, die sich nach Osten und Norden neigt. Im Westen ist die Schichtenfolge schräg durchschnitten; hier liegt der steilere Hang der Insel. Ihre Südspitze mit den sehr schroffen, stellenweise an 100 m steil ab­fallenden Felswänden, wird mit den Ufern Helgolands verglichen s39; is8f., i63f. 42; 152^.

Die Gruppe von Tschutschatau besteht aus vier Inseln, von denen die beiden größten, Tschutschatau und Pinliutau, bei Ebbe miteinander verbunden sind. Die steilen, von der Brandung zernagte,: Küsten sind von Felsklippen umgeben. Hier und auf Tschalientau ist die einzige Stelle unseres Schutzgebietes, wo Gneis gefunden ist. Die größte Insel ist nur 4 Km lang und 40 m hoch, Pinliutau steigt noch 16 m höher an.

Taikungtau ist ein ca. 600 m langes, 126,s m hohes, schwer zugängliches Jnselchen, das aus metamorphen älteren Absatzgesteinen besteht; Tschalientau, die im Südosten 50 Km vor Tsingtau einsam im Meere liegende Insel unseres Schutzgebietes, ein ca. 1,5 Km langer, schmaler und niedriger, in seiner Mitte bis 71 m ansteigender Rücken aus Granitgneisfelsen. Die Insel Futau vor der Doppelbucht von Schatsykou und Lauschanhafen ist etwas über 1 Km lang nnd breit und 89 m hoch; sie scheint in ihrem Bau mit den nahen Festlands­gebirgen übereinzustimmen. Über die östlichste Insel, Katimiau, endlich wissen wir noch wenig.

3. Icrs Kttmcr.

Das Klima des Schutzgebietes wird wie dasjenige von Nordostchina überhaupt be­stimmt durch die Wechselwirkungen der großen Landmassen Jnnerasiens und der großen Wassermassen des Pazifischen Ozeans unter dem jeweiligen Einfluß des Sonnenstandes, mit der besonderen Maßgabe, daß es einem Küstenstreifen zwischen beiden angehört und somit hier die ausgleichenden Wirkungen des Meeres stärker hervortreten als in dem übrigen Nordchina.

Während der Sommermonate bildet sich über dem erhitzten Zentralasien ein Auf- lockeruugsgebiet der Luft, dessen Zentrum, dem Stand der Sonne etwas verzögert folgend, sich nordwärts und dann wieder südwärts wendet. Während dieser Zeit herrschen daher im östlichen Asien spiralig zu diesem Gebiete geringen Luftdrucks hinströmende südliche, süd­östliche und östliche Winde s6,11; 32 ff., 246 ff-K In Nordchina beginnen sie etwas später als im Süden, in Schantung etwa im Monat April. Sie sind hier vorwiegend südöstlich. Mit sich bringen sie feuchte Wärme, und zwar wird diese vom Ozean mitgebrachte Feuchtigkeit, da sie in einem großen Teil Schantungs auf ein Gebirge trifft, früher und mehr zu Regen kon­densiert als in den ebenen Teilen Nordchinas.

Während der Wintermonate entsteht umgekehrt über Jnnerasien ein Hochdruckgebiet, und infolgedessen beherrschen die von ihm ausgehenden Winde westlicher, nordwestlicher