Kaiser-Wilhelms-Land. —
2. Klima, Pflanzendecke und Tierwelt.
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sehen mehrere wie Vulkane aus, aber tütig scheint Umboi in historischer Zeit nicht gewesen zu sein. Der Südküste ist ein ausgedehntes Riff vorgelagert, mit den korallinischen Siassi-Jnseln, Malabaia, Tu und anderen. Am Südende, der Graahspitze, greift der Marienhafen ein, in den der Marienfluß mündet. Das hohe, bewaldete Ginges oder Tupinier ist wahrscheinlich ein zusammengebrochener Krater mit jüngerem Eruptionskegel an der Nordseite. Zwischen Ginges und Umboi endlich erhebt sich die kleine, aber durch ihre vulkanische Tätigkeit interessante Ritterinsel, ein unbewohnter schmaler Kraterrand. Früher war sie ein steil aus dem Meere ragender Vulkan, der 1700 und 1793, zur Zeit Dampiers und d'Entrecasteaux', tätig war. 1827 aber bemerkte Dumont d'Urville, der seiue Höhe zu 780 m, seine Breite zu 1200 ro. bestimmte, keine Tätigkeit an ihm, und noch 1885 fand ihn Finsch völlig ruhig, nicht einmal rauchend. 1887 aber begann er sich zu regen, und am 13. März 1888 flog er in heftigem Ausbruch aus und verschwand bis auf den jetzt noch vorhandenen, kaum 80— 100 m hohen schmalen, unbewohnten Kraterrand in den Fluten s71^.
Von Umboi an wendet sich der Kaiser-Wilhelms-Land im Norden begleitende Vulkanbogen von Neuguinea ab und langsam nach Nordosten; den Küsten des Huongolfes sind nur Körallenbauten vorgelagert. Die bekanntesten unter ihnen sind die Tami-Inseln südöstlich vom Kap Cretin am Nordostende des Golfes; es sind drei größere, Kalcil, Wonam und Djan, und eine kleinere, Nuschunut, sowie zwei Felsen. Ihre Höhe ist gering, Kalal und Djan erreichen 25 m. Große Riffe umgeben sie alle. Wonam ist von 110, Kalal von 70 Menschen bewohnt, aber obwohl Brotfrucht-, Mango-, Kokospalmenpflanzungen auf den Inseln bestehen, sind die Bewohner doch genötigt, Taro am Festlande gegen Matten und hölzerne Mulden einzutauschen. Weniger bekannt sind die Inseln der Südwestküste des Huongolfes: die Longuerue- oder Saddle-Jnsel vor der Sachsenbucht und die kleinen Eilande, die sich von hier aus nach Südosten der Küste entlang ziehen.
2. Ktima, 'I'flanZenöecke unö Gier»vell.
Das Klima (vgl. Maurers Tabellen im Anhang) von Kaiser-Wilhelms-Land ist bei dessen Lage zwischen 2 und 8° südl. Br. ein rein tropisches, und zwar an den Küsten ein echt äquatoriales Seeklima. Die mittlere Jahrestemperatur beträgt etwa 26°. Der wärmste Monat, Februar, hat in Hatzfeldthafen eine Mitteltemperatur von 26,7°, während das Juuimittel auf 25,2° herabgeht; die Schwankung zwischen dem Mittel des wärmsten und dem des kühlsten Monats erreicht also an der Küste nur 1,5°. Die Extreme sind dementsprechend gering, 35° und 19°, so daß die gesamte Jahresschwankung mir etwa 16° beträgt. Einer durchschnittlichen Mittagstemperatur von 29—32° steht eine durchschnittliche Nachttemperatur von 22—23° gegenüber, was eine tägliche Schwanknng von 8° ergibt; große Gegensätze und Temperatursprüuge kommen also nicht vor. Aus dem Innern haben wir noch keine ausreichenden Beobachtungsreihen, dürfen aber annehmen, daß hier stärkere Erwärmung am Tage und größere Abkühlung in der Nacht, demnach größere Gegensätze zu beobachten sind als an der Küste. Auf der Höheustation Sattelberg (970 m) bei Finschhafen betrug die Temperatur am Morgen meist 20, am Mittag 25—26, am Abend 21,5—22,5°; der Gegensatz zwischen dem wärmsten und dem kühlsten Monat blieb sehr gering, die Extreme waren mäßig. Der Luftdruck ist während des ganzen Jahres ziemlich niedrig. Er
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