3. Landeskundlicher Überblick.
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Anfang 1889 folgte die Niederbrennung des deutschen Konsulats durch die Samoaner, die Abberufung des deutschen Konsuls Knappe und der Untergang der deutschen Kanonenboote „Adler" und „Eber" mit 93 Mann im Taifun vom 16. März.
In demselben Jahre 1889 wurde sodann zwischen den drei Mächten ein Vertrag abgeschlossen, wonach alle drei gleichberechtigt sein, Samoa aber ein Königreich bleiben sollte, dessen Regierung dem 1887 entfernten Malietoa anvertraut wurde M4; 66). Dieser schenkte aber seine Gunst während seiner fast zehnjährigen „Regierung" wiederum den Engländern und blieb daher in seiner Würde nicht unbestritten; vielmehr dauerten die Wirren zwischen Malietoa, Tamasese und Mataafa fort und zogen die Europäer in Mitleidenschaft. 1893 wurde Mataafa nach den Marshallinseln überführt ^314; vs), aber nun trat nach Tamaseses Tod Tamasese der Jüngere als Gegner Malietoas auf; 1894 gab es neue Gefechte, und die Lage wurde immer verworrener. 1898 wurde Mataafa auf Bitten des Volkes nach Samoa zurückgerufen s314; ?sZ und, als am 22. August desselben Jahres Malietoa starb, zum König gewählt. Sogleich stellte ihni jedoch die englische Partei den Sohn Malietoas, Tanu, als Gegenkönig gegenüber, und es kam Anfang 1899 abermals zu Kämpfen zwischen den Sa- moanern sowie zu ernsten Gegensätzen zwischen den Deutschen einerseits und den Engländern und Amerikanern anderseits. Endlich, am 21. April, wurden die Feindseligkeiten eingestellt, da die Nachricht kam, daß die drei Mächte zur Beendigung der Wirren eine Kominission entsandt hätten. Die Folge ihrer Untersuchungen war der Vertrag der drei Mächte vom 16. Februar 1900, wonach Samoa in der Weise zwischen dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten geteilt wurde, daß ersteres die beiden großen Inseln Upolu und Sawaii, letztere die kleineren Inseln im Osten von Upolu erhielt, während England mit Tonga und zwei der Salomonen, Choiseul und Jsabel, entschädigt wurde. Am 1. März 1900 konnte ' auf Upolu, am 8. Juni auf Sawaii die deutsche Flagge gehißt werden s314; 93^.
Seitdem setzen sich die deutschen Schutzgebiete folgendermaßen zusammen:
qkm
Einwohner
Volksdichte
Marianen (ohne Guam; 1908) . . .
626
4 300
7
Palau-Inseln und Karolinen ....
1450
41 400
28
Marshallinseln mit Nauru (1908). . .
405
11000
27
Mikronesien:
2 481
62100
24,8
47100
190000
4
Salomonen, Buka und Bougainville ,
10 000
60000
6
Kmser-Wilhclms-Lcmd auf Neuguinea
181 650
110 000
0,s
Melanesien:
238 750
360000
1,-
2 588
37 000
14
Zusammen:
243819
459000
1,7
Die Fläche der gesamten Südseekolonien ist daher etwas größer als zwei Drittel Preußens, aber die Einwohnerzahl erreicht noch nicht die des Herzogtums Braunschweig oder der Stadt Köln. _
3. LcrnöesKunöLicher MerScick.
Lage und Größe. Große Entfernung vom Mutterlande, schwache Besiedelung, wirtschaftliche Rückständigkeit und große Zersplitterung und Zerstreuung über sehr weite Räume