I. Allgemeine Übersicht.
1. Gntöeckungsgeschichte.
Die Aufhellung des Dunkels, das über Ozeanien lag, ist so langsam fortgeschritten wie sonst nur die Erforschung der schwer erreichbaren Polarländer, und die Ergebnisse zahlreicher portugiesischer und spanischer Entdeckungsfahrten des 16. und 17. Jahrhunderts blieben unbeachtet oder gerieteu wieder in Vergessenheit. Bis zum 18. Jahrhuudet wurden nur die großen Züge der Landverteilung im Großen Ozean bekannt, und dem 19. Jahrhundert blieb ihre genauere Festlegung vorbehalten.
Der Zeitpunkt für die Entdeckung der Inseln in der westlichen Südsee schien gekommen zu sein, als die P o rt u g i es en zu Anfang des 16. Jahrhunderts den Malaiischen Archipel kennen gelernt, und namentlich seitdem sie 1512 die Molukken aufgefunden hatten. Statt dessen erfolgte die erste Entdeckung einer Inselgruppe des westlichen Großen Ozeans von 5sten her, und zwar durch dieSpanier unter Magalhäes. Dieser fand an: 6. März 1521 die Insel Guam als erste einer Gruppe, die man zuerst Inseln der lateinischen Segel, dann Ladronen, später Marianen genannt hat. 1525 gelangte der Portugiese Diego da Rocha nach Ngulü, einer der westlichen Karolinen, und noch ein Jahr später, 1526, erfolgte die Auffindung der Nordküste von Neuguinea durch Jörge de Meneses, der von den Molukken aus durch den Nordwestmonsun dahin verschlagen wurde. Bei den Versuchen der Spanier, von den Philippinen aus gegen den Passat nach Mexiko zu gelangen, sind dann in den nächsten Jahren wahrscheinlich öfters Inseln der mikronesischen und melanesischen Gruppen gesehen worden. Wir wissen jedoch nur, daß Alvaro de Saavedra 1528 von neuem die Nordküste von Neuguinea und 1529 die östlichen Karolinen und die Marshallgruppe auffand, deren nördlichste Inseln bereits Loaysa 1526 gestreift hatte. Im Jahre 1542 gelang es Ruy Lopez de Villalobos, auf der Reise von Mexiko nach den Philippinen die westlichen Karolinen und die Palaugruppe zu entschleiern. 1546 erhielt dann Neuguinea von dem Spanier Ortiz de Retes, der von den Molukken aus der Nordküste entlang fuhr, wegen der angeblichen Ähnlichkeit der Eingebornen mit denen von Guinea seinen Namen La Nueva Guinea an Stelle des von Saavedra gegebenen Jsla de Oro (Goldinsel). 1568 oder 1595 hat wahrscheinlich die Flotte des Alvaro Mendana de Neyra, des Entdeckers der Salomonen, auch die nördlichen, jetzt deutschen Salomonen und die Ostküste von Neumecklenburg erreicht; wenigstens berichtet Tasman, die Spanier hätten das Ostkap von Neumecklenburg Cabo de Santa Maria genannt s8). Endlich wird von Luis Vaez de Torres,