2. Die Erwerbung der Schutzgebiete für das Reich.
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schildernde Werke über Samoa sind die von E. v. Hesse-Wartegg ^, G. Wegener ^7^ A. Krämer slH, R. Deeken ^322^, Troost f.324), F. Wohltmann ^326^, M. Prager G. Kurze ^321^, O. Ehlers W8) und F. Reinecke ^314). Von Karten sind diejenige von P. Langhans s316), die deutschen Seekarten Nr. 257—260, die Karte von C. Sapper s327a^ und verschiedene wirtschaftsgeographische zu nennen.
2. Die Erwerbung öer Schutzgebiete für öcrs Weich.
Die Beziehungen der Deutschen zu ihren Südseekolonien sind noch nicht alt; sie gehen, wie auch in Afrika, auf hanseatische Kaufleute zurück. Das 1766 gegründete Hamburger Haus „Johann Cesar Godeffroy und Sohn" dehnte um die Mitte des 19. Jahrhunderts seine Handelsbeziehungen von Kotschin in Vorderindien und von Valparaiso nach der Südsee aus. Es begann zunächst auf den Tuamotu-Jnselu, danu auf Tahiti, endlich auf Samoa Handelsstationen einzurichten und fand allmählich auf Samoa seinen Mittelpunkt; ein Teil der Hauptinsel Upolu wurde angekauft. Von hier aus griff das Haus Godeffroy auch auf andere Teile Ozeaniens, nämlich nach Mikronesien und Melanesien, über und bereitete auf diese Weise die Besitzergreifung durch das Reich vor, schou ein Jahrzehnt, ehe man dort an Kolonien überhaupt dachte. Auf Jap, den Ellice-, Tokelau- und Gilbertgruppeu, auf den Tonga-Inseln, auf Fotuna, Uea, den Neuen Hebriden wurden Handelsstationeu errichtet, von denen einige wieder verschwunden sind, andere sich gehalten haben. Auf den Marshallinseln entstanden auf diese Weise bis 1873 die Niederlassungen zu Jaluit, Ebon, Namorik, Maloelab und Mulgrave. 1874 sandte das Haus Godeffroy sodaun einen Händler nach Matupi und faßte damit auch in: Gebiete des Bismarckarchipels festen Fuß; 1875 ließ sich ein zweiter Händler auf Nedup in Neupommern nieder. Um dieselbe Zeit eröffnete das Haus Hernsheim u. Komp. auf den Karolinen, den Marshall- und Gilbert- inseln sowie 1876 auch auf Mcckada, einer Insel der Neulauenburg-Gruppe, Haudelsstationen.
Diese erfreuliche Entwickelung wurde durch den Zusammenbruch des Hauses Godeffroy im Jahre 1878 unliebsam unterbrochen. Ein Versuch Bismarcks, das Haus Godeffroy seitens des Reiches durch Erklärung der deutschen Schutzherrschaft über Samoa zu stützen, scheiterte 1882 au der einsichtslosen Haltung des deutschen Reichstags. Aus den Trümmern des Hauses, das nicht nur Handel getrieben, sondern auch Forschungsreisende ausgesandt und rege wissenschaftliche Tätigkeit veranlaßt hatte, deren Ergebnisse in den Bänden des „Journal des Museum Godeffroy" und in diesem selbst aufgespeichert worden sind, erstand die Deutsche Handels- und Plantagen-Gesellschaft der Südsee-Jnseln. 1885 starb Johann Cesar Godeffroy, das Museum löste sich auf, die Zeit des Zusammenwirkens kaufmännischer und wissenschaftlicher Tätigkeit war vorüber.
Immerhin hatte Godeffroy noch die Genugtuung, das Hissen der deutschen Flagge auf einigen Gebieten seiner Wirksamkeit, wenn auch nicht auf Samoa, zu erleben. Es hatte sich nämlich das Augenmerk deutscher Kaufleute und Gelehrter immer wieder auf diese Stätten deutscher Tätigkeit gelenkt: 1882 entstanden die Niederlassungen Ralum des Hauses Forsayth auf der Gazellehalbinsel und Nusa auf Neumecklenburg, in demselben Jahre beendete Otto Finsch seine erfolgreichen Forschungsfahrten in Mikronesien, und im Mai 1884 bildete sich die Neuguinea-Kompanie. Infolge dieser Vorgänge ließ Bismarck im