Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
Seite
245
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ö. Der Küstenstrcif.

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Veraltete Darstellung,

18M,

Zwischen 1880 und 188S,

Im Jahre 1832 ankerten in der südlich von Kap Croß drei Meilen weit einspringen­den Sierrabai noch Walfischfänger, 60 Jahre später sehen wir einen 500600 w breiten, 16 lün langen Sandwall den breiten Eingang der Bucht abdämmen; die Bucht selbst ist bis auf einige Lagunentümpel von Sandfeldern und Salzkrusten eingenommen, auf denen ehemalige Guanoinseln als Hügel trocken stehen.

Südlich von Kap Croß ankerte Morrell im Jahre 1829 in einer schönen, ruhigen, bis 13 m tiefen Bucht, deren Einfahrt er in ge­nauen Segelanweisungen beschreibt; nach 50 Jahren war dieserOgdenhafen" spur­los verschwunden.

Abgegliederte Teile der Küste sind die Inseln, die der deutsch-südwestafrikani- schen Küste vorgelagert sind: im Norden Jtschabo, Hollam's Vogelinsel (Bird Island) und Mercury Island; im Bereich der Lüderitzbucht Halifax, die Seehunds- und Pinguininsel; weiter südlich Possession, Long Island, Pomona und die Plum- puddinginsel, im äußersten Süden die Sin­clair- und Roastbeefinseln. In englischem Besitz, ihres reichen Guano- und Pelzrobben­ertrages wegen streng gehütet, sind sie mit Ausnahme derer um Lüderitzbucht den Deut­schen unserer Kolonie fast unbekannt. Aber die Hottentotten kennen sie gut: es lebt sich bei mäßiger Arbeitslast gut auf ihnen im Dienst der Guanokompanie.

Mit den wildzerrissenen Fronten ihrer steilen, der ungeschwächten Brandung des offenen Ozeans preisgegebenen Felsen­hänge, in ihrer Weltverlassenheit und ihren märchenhaften Vogelscharen, die sich in ihrem Schutz paradiesischer Ruhe freuen, sind diese Eilande trotz ihrer Kahlheit und ihres kalten Nebelschleiers dem Naturforscher ein schönes Ziel.

Wir kehren nun zum Festland zurück und betreten die Namib.

v. Die Namib.

Mit diesem Namen bezeichnet der Hottentott die Wüste, die sich im Westen an seine Weidefelder anschließt und bis zum Meere reicht. Die natürliche Landschaft, die hier der Eingeborne in naiver Betrachtung unterscheidet, läßt sich zwar nicht auf Grund eiuer Reliefgestaltung, die ihr eigen wäre, abgrenzen; denn sie ist nur eiu Ausschnitt des Auf­stiegs, der von der Küste allmählich znr Höhe der Plateauländer führt. Als klimatische Pro­vinz aber und als eine physiognomisch äußerst charakteristische Zone hebt sich die Namib in der Tat deutlich aus der Nachbarschaft.

Das Deutsche Kolonialreich. II. 12

Kilftsnverandernngon am Sandsischhafsn. (Nach L> Schulz.)