Teil eines Werkes 
Bd. 2 (1910) Togo, Südwestafrika, Schutzgebiete in der Südsee und Kiautschougebiet / hrsg. von Hans Meyer
Entstehung
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2. Die physikalischen Grundbedingungen südweswfrikanischen Lebens.

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Stromes entlang zum Indischen Ozean geführt werden. In dieser Begrenzung stellt Südafrika ein annähernd dreieckiges Plateau, ein hoch aufstrebendes Tafelland dar. Die beiden im Nadelkap konvergierenden Flanken steigen steil aus dem Meer; die Oberfläche des Plateaus ist nicht eben: seine Randpartien sind erhöht, das zentrale Gebiet beckenförmig eingesenkt.

a) Diese Rohform der Gesamtübersicht gliedert sich im einzelnen mannigfach. Über die Steilflauken führt der Aufstieg hier über Stufen und Brüche verhältnismäßig wenig verworfener Schichten (Natal, Kaffraria), dort über wirre Gebirgsfalten (Südkapland)

hinweg; bald lagert sich ein ansehnliches Küstenflachland vor (Portugicsisch-Ostafrika südlich des Sambesi), bald hebt sich das Land direkt aus dem Meer (<üs.xs xoint). Dem Aufstieg schließt sich das Hochgebiet an, in einzelne Hochländer gegliedert, wechselnd breit, gegen die oberen Partien des Aufstiegs oft nur willkürlich oder nach rein lokalen Gesichts­punkten abzugrenzen. Diese Hochländer, die zu den höchsten Erhebungen ansteigen (Malnti- berge im Basutoland 3M0 m), treten uns bald als große endlose Hochflächen (so die des ehemaligen Orcmje-Freistaats), bald in der charakteristischen Form des Tafelgebirges (Groß- Namalcmd und nördlichstes Damaraland), bald in zerklüfteten Urgesteinsmassiven (südliches Hereroland) entgegen. Sie alle aber sinken gegen ein weites Feld in ihrer Mitte ab, gegen das Sandbecken, das in der Sprache der Betschuanen die Kalachari genannt wird.