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Togo.
Nordtogo und eine Streitaxt mit aufgesteckter und oben mit Eisenbolzen verkeilter Klinge in Mossi, Gurma und wohl auch Nordtogo als Bestandteile der Garamantenkultur zu erklären. Der Bogen mit frontaler und davon abgeleiteter temporaler Besehnung ist im Sudan bei den Völkern, die von den Roten abstammen, und in Togo in Tschaudjo sowie Atakpame und den Waldstädten, in Tamberma und Dagomba sL. E. 41; 774) zu finden. Hierher gehören auch die Armschienen und Helme der Tamberma und Kabure sowie die Altersklassen daselbst. Aber auch in das Gebiet der westafrikanischen Kultur scheint der Einfluß der Roten" gedrungen zu sein. Das beweist das Auftreten des Lehmkastenhauses in Buein, und ferner zeigen dies in religiöser Beziehung der ausgebildete Götterkreis, der dem der antiken Welt ähnelt, die Gottheit Mia-no, die dem Ammo und der thebanischen Götter- dreiheit in vieler Beziehung gleicht, die kegelförmigen Lehmaltäre des Odente und vielleicht auch die aus drei Kegeln bestehenden Lehmherde in Baika. Auf die Garamantenkultur des Debosumpflandes weist außerdem der Reisbau hin, der gerade im Gebiet der Lehmkastenhäuser so intensiv betrieben wird, und der Messingguß mit Hilfe von Wachsmodellen in derselben Gegend. Auch die Baumwollweberei mag auf sie zurückgehen.
Der Islam hat sich durch Ausbreitung der Religion mit ihrem besonderen Kultus, den Fehden und Begrüßungsformeln und der orientalischen Tracht, wie Tobe, Turban, Pluderhosen, breitem geraden Ritterschwert, arabischem Sattelzeug und anderem, kulturell bemerkbar gemacht. Vor allem aber sind ihm die Gründung der großen politischen Staatswesen und, zum Teil wohl auch durch die Mekkapilgerzttge, die Entwickelung großer durchgehender Handelsstraßen zu verdanken. Viel energischer und für die einheimische Kultur geradezu vernichtend ist der Einfluß des europäischen Handels und der Kolonisation. Diese wollen wir nunmehr im letzten Kapitel betrachten.
7. Hogo ats Kolonie.
Die weiße Bevölkerung. Die Zahl der Europäer hat seit Begründung der Kolonie fast kontinuierlich zugenommen. Im Jahre 1891/92 waren es 50,1900/01: 137 und 1908: 330. Zuweilen sind wohl kleine Rückschläge eingetreten, wie z. B. 1907; allein die Ursache hierfür ist die Rückkehr der Eisenbahntechniker, die die Palimebahn vollendet hatten. Der Nationalität nach überwiegt wesentlich das deutsche Element: 1891/92 gab es 40 Deutsche und 10 Fremde, 1900/01: 126 Deutsche und 11 Fremde und 1908/09: M Deutsche und 30 Fremde. Was den Beruf anbetrifft, so haben die Beamten dauernd überwogen; an zweiter Stelle kommen Kaufleute und Missionare, die sich ungefähr die Wage halten. Gering ist die Zahl der Pflanzer und sehr schwankend, je nach den auszuführenden Bauten, die der Techniker und Handwerker, wie die folgende Tabelle zeigt:
Jahr
Beamte
Kaufleute
Techniker
Pflanzer
Missionare
Andere
1891/92......
19
32
22
1900/01 ......
46
36
29
1908/09 ......
77
55
62
6
52
20
Weitaus die Mehrzahl der Europäer wohnt an der Küste; Missionare und Kaufleute sind bis Kpandu und Atakpame zu finden, weiter nördlich aber nur Beamte. Im Jahre