Druckschrift 
Neu-Mecklenburg (Bismarck-Archipel) : d. Küste von Umuddu bis Kap St. Georg ; Forschungsergebnisse bei d. Vermessungsfahrten von S. M. S. Möwe im Jahre 1904 ; mit 10 Taf., 3 Noten-Beil., zahlr. Abb. / hrsg. von Emil Stephan und Fritz Graebner
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

II. Materieller Kulturbesitz.

Kleidung und Schmuck.

Von einer Kleidung im eigentlichen Sinne des Wortes kann man nicht

rang ausreichend Schutz gewähren. Um sich aber auch sonst, und zwar vor­nehmlich bei Fahrten im Boot, gegen Durchnässung und Erkältung nach Mög­lichkeit zu schützen, 1 ) gebraucht man Regenkappen, 2 ) die auf folgende Weise hergestellt werden. Pandanusblätter, die eine Länge von mehreren Metern er­reichen, werden in der Sonne getrocknet und aufgerollt. Einmal sah ich in Watpi den freien Platz im Dorfe ganz mit Pandanusblättern bedeckt, die zum Teil schon zusammengerollt waren und so von Watpi aus verhandelt werden. Man wählt eine Anzahl Blätter aus, entfernt die stachligen Zacken an den Rändern und schneidet die Blätter gleich lang. Dann näht 3 ) man das erste Blätterpaar a mit einer fortlaufenden Hohlnaht zusammen, knickt sie und klappt sio in der

') Erkältungskrankheiten sind häufig, s. Ärztl. Beobachtungen S. 806.

2 ) Vgl. Duperrey, Atlas Taf. 20, Fig. 18, wo auch das kaur-Muster des Oberrandes gut zu sehen ist.

3 ) Als Nadel dient ein oben durchbohrter und unten spitz geschliffener Knochen vom fliegenden Hunde (Taf. I. 17), als Faden ungedrehte Pflanzenfaser.

4 ) Hie Erklärung der verschiedenen Sticliarteu verdanke ich Frau Prof. Futterer und Frl. Kilz.

sprechen. Die Durchsclmittstemperatur von 25° C gestattet im Verein mit der Gewöhnung, daß die Leute nackt gehen. Die kühleren Nächte und etwaige kältere Regentage verbringt man in den Hütten, die gegen die Unbill der Witte-

Pfeilrichtung b um, bis sie fest aufeinander liegen. Nun legt man von außen ein zweites Blätterpaar c an und näht

^£ . VJ UiO 1 ttlOUOi iiliU t/lllUl JL.JU uinuunu zi i« i.nm... w uvuv

^ ' klappt man das zweite Blätterpaar in der Pfeilrichtung d um

und fährt so fort bis zum letzten Blätterpaaro, wodurch eine Matte entsteht, deren Seiten sich etwa wie 2 : 3 verhalten, und deren Streifen sich dachziegelartig decken. Wenn der freie Rand dos letzten Blätterpaares noch offen ist, wird die

d die 4 Lagen wieder mit einer Hohlnaht zusammen. Jetzt

man das zweite Blätterpaar in der Pfeilrichtung d um

A

A

Matte in der Mitte der langen Seite geknickt, und der freie Rand des letzten Blätterpaaros gewöhnlich mit Languettenstichen 4 ) oder mit einer doppelten über-