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6. Die Strahenvauten innerhalb der Koloniedistril'rte. a) Im Jtapocü -Gebiet.
Es ist derjenige Theil der Landkonzession, welcher für die Kolonisation der Gesellschaft, wie oben erwähnt, den natürlichen Anfangspunkt bildet, und auf den auch die Ansiedlung der Einwanderer bisher fast ausschließlich beschränkt wurde. Nach der Abtrennung der Jourdan'schen Landkonzession beginnt das Land der Gesellschaft auf der Südseite des Jtapocü an der Einmündung des Rio da Pedra d'amolar und umfaßt das ganze Quellengebiet des Jtapocü, welcher sich in einen nördlichen und einen südlichen Hauptarm theilt, jener Rio Humboldt, dieser Rio Novo genannt. Gerade an der gabelförmigen Vereinigung dieser beiden Flüsse hat die Gesellschaft die Ortschaft Humboldt angelegt.
Die Grenzlinie dieses Koloniegebiets im Osten ist der schon genannte Rio da Pedra d'amolar, welcher die Jourdan'sche Landkonzession abtrennt, während sie von da an dem Jtapocü und späterem Rio Humboldt bis zum Rio Anno Bom folgt. Gegenüber der Ortschaft Humboldt auf der Nordseite des gleichnamigen Flusses hat die Gesellschaft ein Terrain von 262 Im von dem Lande der Herzöge von Charters und Penthievre zugekauft und beabsichtigt, dasselbe in Chacaras (Villengrundstiicke» zu parzellieren.
Die Grenze nach Süden bildet die Wasserscheide der Serra do Jtapocü, eines Ausläufers der Serra Geral, welcher die Hansa des Jtapocügebiets von dem Rio Benedittothal im Blumenauer Municip scheidet.
Im Westen grenzt die Jtapocü-Hansa bis an den Sertüo von Rio Preto, während sie im Norden vom Municip Süo Bento begrenzt wird. In ausgedehntestem Maße und mit großen Kosten für die Gesellschaft hat die Kolonieleitung für das Kommunikationswesen nach und von dem Jtapocü- distrikt gesorgt.
Außer der oben gedachten Zugangsstraße von Joinville auf dem linken Jtapocüufer hat die Gesellschaft für dies Kolonialgebiet eine Vcrbindungs- straße nach dem Hochland geschaffen. Der Bau dieser Straße war unbedingt notwendig, wenn das Quellengebiet des Jtapocü, in welchem die Kolonie liegt, dem Verkehr erschlossen und den dort angesiedelten Kolonisten ein lohnender Absatz für ihre Produkte gesichert werden sollte, da der Transport nach dem 70 km entfernten Joinville den Anbau vieler Produkte unrentabel gemacht hätte, während die Kolonisten jetzt auf dem durch diese Straße leicht erreichbaren Hochland stets Käufer für ihre Produkte finden. Auch für den gesummten Verkehr im Norden des Staates ist diese Straße von größter Bedeutung, da sie für die landwirthschaftliche Produktion der überaus fruchtbaren Flußgebiete des Jtapocusinho, Jtapocü und Jaraguü einen neuen Absatzweg eröffnet, der insbesondere dem Zucker- und Cacha<?a-Export, den wichtigsten Produkten dieser Ländereien, zu Gute kommt. Für Joinville bildet die Straße eine zweite Verbindung nach Süo Bento, welche allerdings um fast 30 Irm länger, als die makadamisirte Dona Francisca- oder Serrastraße ist.
Die Straße führt unter dem Namen Bonplandstraße durch die Ortschaft Humboldt, durchschneidet das Koloniegebiet zwischen Rio Novo und Rio Humboldt, führt, nachdem der letztere mit einer Fähre überschritten, bis zum