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Deutsches Kolonistenleben im Staate Santa Catharina in Süd-Brasilien / von Hermann Leyfer. Mit einem Vorwort von Albrecht Wilhelm Sellin
Entstehung
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gröber und mit Sägemehl zu vergleichen ist, ist das berühmte Mandioca- mehl oder Farin.

Schon beim Reiben und noch mehr beim Pressen setzt sich aus der von der geriebenen und gepreßten Masse abgeschiedenen Flüssigkeit ein feines Satzmehl (polvillro oder tapiocm) ab, welches als Stärke dient und zu feinem Gebäck verbacken wird.

Ohne die vorgeschilderte Verarbeitung aber kann die iUanckiooa, ihres Blausäuregehalts wegen nicht zur menschlichen Nahrung benutzt werden. Eine Mandiocapflanzung anzulegen ist darum für Anfänger nicht empfehlens- werth. Schweine und Rindvieh kann man zwar nach und nach an den Genuß der rohen ^lanckiooa gewöhnen, doch muß dies mit großer Vorsicht geschehen. Man läßt zu diesem Zweck die Wurzeln nach dem Ausnehmen etwa zwei Tage auf dem Felde an der Sonne liegen und verfüttert sie in welkem Zustande.

Der Brasilianer des Urwaldes, der kein Brod bäckt, genießt das Mandiocamehl trocken zum Kaffee oder schüttet es in heißes Wasser, wo es aufbrüht und dabei stark quillt. Diese Masse, pirLo genannt, wird von den Brasilianern statt der Kartoffeln, deren Anbau ihnen in der Regel zu mühsam und wenig lohnend ist, zu jeder Mahlzeit gegessen. In Fleisch- und Fisch­brühe, und namentlich auch in der Brühe der schwarzen Bohnen schmeckt der Farin ausgezeichnet und wird in dieser Zubereitung auch von den deutschen Kolonisten allgemein gegessen.

In der ersten Zeit der Ansiedlung, wenn der Kolonist sich noch keinen Backofen gebaut hat, wird Farin trocken oder mit etwas Fett und Zucker in der Bratpfanne braun geröstet und zum Kaffee gegessen.

Im Brod des Kolonisten ist b'arlir der wichtigste Bestandtheil. Für sich allein verbacken, würde er eine klebrige Masse geben: man untermischt ihn daher mit Weizen-, Mais- oder Reismehl und mengt noch geriebene Kartoffeln darunter.

Hl>iin nlilik Auililiot

Der ^ipiin ist eine Abart der Llarulioorr, ohne dessen schädlichen Blausäuregehalt in den Wurzeln. Pflanzung und Ernte ist bei beiden dieselbe: ebenso ähneln sie sich in ihrer äußeren Erscheinung. Nur sind bei der

Llairckiooa die Blätter spitzer und kleiner und die Farbe der Blätter dunkler und die der Stiele immer röthlich.

Vom ^.ipim giebt es verschiedene Sorten. Der gewöhnlichste ist der braune, welcher der Nanckiooa am ähnlichsten ist. Außer diesem wird der Weiße ^ipim mit weißer Rinde und weißer Wurzelschale, der kio-l^sAro- ^.ipiirr mit röthlicher Wurzelschale und grünen Blattstielen und der Paraguav- ^.ipiirr mit röthlichen Blattstielen angebaut. H.ip>iir> trägt zwar weniger ergiebig, als die IVIanckioca, hat aber für den Kolonisten den Vortheil, daß er ohne weitere Verarbeitung gekocht und gegessen werden kann.

^ip>im, auf sandigein Boden gewachsen, ist sehr mehlig und wohl­schmeckend. Roh gerieben wird er als Ersatz für das Mandiocamehl zum Brotbacken verwandt.