Die Urnulioea Ailiiiltot).
Tie Nanckicxm ist für den Brasilianer die wichtigste Pflanze, sie ist ihm dasselbe, was für die europäischen Böller der Roggen oder der Weizen ist. Die Llairckiooa liefert das den Brasilianern unentbehrliche Nanckiooa-Mehl «knriirlia cko manckiooa) von den Kolonisten schlechthin k'srin genannt, welches in keinem brasilianischen, und man kann auch sagen, in keinem Haushalt der Eingewanderten fehlen darf.
Die Nanäiooa ist eine strauchartige Pflanze, welche bis 2 und 2Vs Meter Höhe erreicht. Der vielgeästete Stengel hat innen weißes Mark, dem des Hollunders ähnlich. Die Blätter sind 5—7 lappig. Der Blattstiel ist rötblich und der Hauptstengel und die Aeste sind dunkelbraun. Durchgebrochen entquillt Stengeln und Stielen ein weißlicher Milchsaft.
Stiel und Aeste haben Knoten oder Augen. Unter der Erde setzen sich an den Wurzelstock lange, fleischige Wurzeln mit bräuulichrother Schale, welche oft mehrere Kilogramm schwer werden und dicht unter der Oberfläche des Bodens sich ausbreiten.
Alan kennt mehrere Arten, deren Vorzüge aber hier noch zu wenig erprobt sind.
Die iUanckioen wird vom August bis Anfang November und dann wieder im Februar und März gepflanzt. Man hackt zum Pflanzen die älteren Stöcke und Aeste in etwa 4—6 Zoll lange Stücke, welche mindestens zwei Knoten oder Augen haben müssen und legt sie horizontal in einer Entfernung von 2—3 Fuß in die gehackten Pflanzlöcher oder läßt sie mit einem Ende aus dem Boden hervorsehen, muß aber dann darauf achten, daß die Pflanzstücke mit den Augen nach auswärts zu liegen kommen.
Geerntet wird die Nanckioorr vom April bis Juli ein Jahr nach der Anpflanzung.
Im Sandboden läßt man die Nanckiooa ein Jahr überstehen und erhält dann bedeutend größere Wurzeln. Leichter Sandboden sagt ihr am besten zu. Die Ernte geschieht in der Weise, daß man den Stock unten anfaßt und dann mit aller Macht anzieht. Bei lockerem Boden zieht man in der Regel alle Wurzeln mit dem Wurzelstock aus, während sie bei festerem Boden oft abbrechen und dann ausgehackt werden müssen.
Um als menschliche Nahrung zu dienen, werden die Wurzeln zu Mehl, dem sogenannten Mandiocamehl oder Farin verarbeitet. Die Knollen werden zunächst gewaschen, dann schabt man die dünne, äußere, braune Haut ab und reibt nun die Wurzeln auf einer großen Reibe. In der Regel ist diese ein von einem Zugthier in Umdrehung versetztes, mit einem Reibeisen versehenes Rad. Die geriebene Masse kommt dann unter starke Pressen, um von der Flüssigkeit befreit zu werden. Letztere ist reich an Blausäure und ungemein giftig; Thiere, die von ihr trinken, treiben auf und sterben binnen weniger Stunden.
Genügend ausgepreßt, wird die Masse durch ein mehr oder minder feines Sieb gesiebt und dann über gelindem Feuer in einer großen, flachen, eisernen Pfanne geröstet, bis aller Wassergehalt verdampft ist. Diese geröstete Masse, welche je nach der Reibe und den angewandten Sieben feiner oder