Die Batate oder süße Kartoffel, brasil. I»rrtrr1u üoee (tlouvolvulu^
Diese Knollenfrucht ist in der Wirthschaft des Kolonisten neben der Dass. das wichtigste Bodenproduct und für die Anfangszeit des neuen An- ^ siedlers um so wichtiger, als sie schon 4—5 Monate nach der Pflanzung zu ernten ist, während die anderen hiesigen Kartoffelarten längere Zeit bis zur Ernte gebrauchen.
Die Knollen sitzen, wie bei der europäischen Kartoffel ringsum an dem Wurzelstvck. Nach oben treibt sie meterlange Ranken mit herzförmigen Blättern. Ihre Blüthe hat auffallende Ähnlichkeit mit der Ackerwinde, nur > daß ihr der Geruch dieser fehlt. I
Schießt die Batate zu sehr ins Kraut, so setzen sich weniger Kartoffeln an; besonders geschieht dies auf schwerem Lehmboden, wo sich meist statt der Kartoffeln lange Wurzelstränge bilden.
Das Kraut ist ein ausgezeichnetes Kuhfutter, und dürfte sich der Anbau der Batate schon allein ihrer Ranken und Blätter wegen als Futterpflanze empfehlen. Im Winter aber erfriert das Kraut leicht.
Man pflanzt die Batate in Abständen von 1 — I Vs Fuß. Zur Pflanzung benutzt man die Ranken; diese werden in Längen von 1—l'/s Fuß geschnitten und dann zusammengeringelt oder der Länge nach in die Pflanzlöcher gelegt und mit Erde zugedeckt.
Im Allgemeinen empfiehlt es sicb, nur die Spitzen der Ranken zu nehmen, doch muß die Batatenpflanzung, von der sie genommen werden, mindestens drei Monate gestanden haben.
In schon bepflanzt gewesener Roya hackt man auch lange Kämme von l'/s—2 Fuß Breite, wobei das Unkraut, namentlich Farrenkraut, mit untergehackt wird. In diese Kämme werden dann zu beiden Seiten in den genannten Abständen die Pflanzenranken gesteckt. Die Batate verlangt humusreichen, lockern, mehr sandigen Bodem Je sandiger das Land, desto mehliger und weniger süßlich werden die Kartoffeln, welche dann von vielen Personen allen andern Kartoffeln vorgezogen werden.
Gepflanzt wird die Batate von August bis Anfang April. Es giebt verschiedene Arten, so die sogenannte Dreimvnats-Batate, welche in 3—4 Monaten reif wird.
Die Batate trägt auf ihr zusagendem Boden sehr reich, und ihre Knollen werden, wenn man sie länger als 5 Monate im Felde stehen läßt, mehrere Kilogramm schwer, verlieren aber dann an Wohlgeschmack.
Ihres reichen Ertrages wegen wird sie auch zum Verfüttern angebaut, wozu sie sich außerordentlich bei Schweinen und Rindvieh eignet.
Als Eßkartoffel hat die Batate den Nachtheil, daß sie außerhalb des Bodens sich nur wenige Tage hält und unschmackhaft wird. Man hackt daher immer nur auf ein oder zwei Tage Vorrath an Bataten aus.
Gekocht und gerieben wird die Batate zum Brot backen genommen und macht das Brot locker. i