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Die Aussichten des Plantagenbaus in den deutschen Schutzgebieten / von A. Seidel
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ungeheuren natürlichen Bestände lieferte und liefert die bedeutendsten Ausfuhrprodukte der Kolonie, Palmöl und Palmkerne, während Kopra hier fast garnicht produziert wird. Der Export an Ölfrüchten hatte im Jahre 1902 bereits einen Wert von 0320000 Mk. gegen 2709000 Mk. im Jahre 1901. Da der Baum durch die Gewinnung nicht leidet, so ist eine Erschöpfung dieser reichen Quelle nicht zu befürchten, wohl aber andrerseits ernsthaft in Erwägung zu nehmen, ob es nicht angezeigt erscheint, die natürlichen Bestände nach und nach durch systematische Neuanpflanzungen zu vergrößern und so die Ausbeute zu erhöhen.

In Togo ist besonders die Tätigkeit der Eingeborenen in der selbständigen Anlage von Plantagen, meist auf Anregung der Regierung, bemerkenswert. Die Bewohner des Eingeborenendorfes Kuma Topli im Gebirge haben schon vor Jahren Kaffeeplantagen angelegt, die auch Erträge ergeben haben. Auch sonst wird in mehreren kleinen Betrieben Kaffee gebaut, wie in der Togokaffee- Plantage M. Paul (Adjido), und in den Plantagen von dAlmeida Brothers & Go., Aite Ajavon, Creppy, Czicko dAlmeida, der katholischen Mission zu Anecho u. s. w. Man baut fast ausschließlich Liberia- Kaffee. Doch sind die Anlagen nach Wohltmanns Urteil minder­wertig und ohne Zukunft, wie überhaupt der Kaffeebau an der Küste sowohl wie im Gebirgsland, wenigstens für den Großbetrieb. Der Export von Kaffee, im Jahre 1901 wenigstens noch auf 871 Mk. (1135 kg) bewertet 1 ) bezifferte sich im folgenden Jahre nur noch auf 80 Mk. Besonders aber ist an der Küste die Kokospalmen­kultur von Wohltmann auf dem Nehrungssand für sehr rentabel erklärt von Eingeborenen wie von Europäern gepflegt worden. Die bedeutendste Kokosplantage ist Kpeme, der Pflanzungs-Gesellschaft Kpeme gehörig; sie hatte im Jahre-1903 bereits 140000 Pflanzen im Felde und brachte schon im Jahre 1901 fast 1200 kg Kopra auf den Markt.

Auch in Togo bilden Palmkerne und Palmöl z. Zt. und von jeher den Hauptreichtum des Landes und das wichtigste Aus­fuhrprodukt. Der gesamte Export belief sich im Jahre 1902 auf 2800000 Mk. (gegen 3295000 Mk. im Jahre 1901 und 2200000 Mk. im Jahre 1892). Hier wie in Kamerun sollte auf systematische Er­weiterung der Bestände ernstlich Bedacht genommen werden.

9 Gegen 4682 Mk. im Jahre 1896.