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Die Aussichten des Plantagenbaus in den deutschen Schutzgebieten / von A. Seidel
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Kleinere Versuche mit Vanille (Friedrich Hoffmann-Pflanzung, Kitopeni, Bagamoyo, Tanga) sind durchaus eingeschlagen. Auch Kakao ist an mehreren Stellen gepflanzt worden, doch scheint eine größere Ausdehnung der Kultur mit Rücksicht auf Boden und Klima nur an wenigen Stellen aussichtsvoll. Dagegen lieferten Versuchs­kulturen von Kapok, rotem Pfeffer, Kardamom u. a. gute Ergebnisse.

Fassen wir zusammen, so ergibt sich, daß in Ostafrika zur Zeit die Kultur von Kokospalmen, Kaffee, Vanille, Agaven und Kautschuk erfolgreich gepflegt wird; doch liefern bisher nur die drei ersteren einige Erträge. Die Möglichkeit der Kultur von Baumwolle, Tabak und Kakao in größerem Umfange bleibt noch festzustellen.

In Kamerun ist der bereits vor der Besitzergreifung in der Kolonie auch durch deutsche Firmen vertretene ergiebige Handel mit Sammelprodukten, wie schon erwähnt, lange Zeit hindurch der Entwicklung des Plantagenbaus hinderlich gewesen. Und doch liegen offenbar im Plantagenbau die eigentlichen Hilfsquellen des Landes.Mag das Elfenbein so schreibt ein guter Kenner des Landes (Fr. Hutter) sich von Jahr zu Jahr mindern, mag die Gummigewinnung zurückgehen Kamerun kann es verwinden; die schlummernden Hilfskräfte, die in seinem Boden ruhen, sind tausendmal mehr wert; sie sind die sicherste und gesundeste Basis seiner friedlichen, wirtschaftlichen, blühenden Weiterentwicklung.

Man muß sich in der Tat wundern läßt sich auch der um die wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien so hoch ver­diente Geheimrat Wohltmann vernehmen wie es möglich ist, daß der hohe Wert Kameruns als Plantagenland so lange ver­schleiert blieb, und das um so mehr, als doch diese herrlichen Ländereien unmittelbar am Meere gelegen sind, so daß die Ver­schiffung der Produkte auf das leichteste und billigste bewerkstelligt werden kann. Das Dampfschiff ankert unmittelbar zu Füßen der Plantagen, kaum V 2 km von denselben entfernt.

Indessen hatte der Gouverneur von Soden schon sehr bald nach der Besitzergreifung im Botanischen Garten zu Viktoria systematisch Pflanzungsversuche mit Kakao anstellen lassen. Doch waren es zunächst die Tabakpflanzungen der Westafrikanischen Pflanzungsgeselischaft in Bibundi wo früher Surinam-, später Havana-Tabak gebaut wurde die durch ihr vorzügliches Produkt die Aufmerksamkeit auf sich zogen (1894,95 wurden bereits auf 18 ha 60 Zentner geerntet'!. Da inzwischen die Kakaokultur noch