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Die Aussichten des Plantagenbaus in den deutschen Schutzgebieten / von A. Seidel
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haben und daher für viele Kulturen nicht in Betracht kommen. Auf den Marshallinseln wird deshalb lediglich die Kokoskultur gepflegt.

Uber den Boden Samoas schreibt Dr. Reinecke:Die Acker­krume (durch Lavaverwitterung entstanden) ist außerordentlich fruchtbar, so fruchtbar wie nur möglich. Das verdankt der Boden seinem Reichtum an Stickstoff und Phosphorsäure sowie der nie versiegenden Nachlieferung organischer Verwesungsbestandteile. Ackerkrume in unserem Sinne als tiefgründige Kulturflächen gibt es aber nur stellenweise und in sehr beschränktem Maße; denn überall lagern noch Basaltblöcke darin und darauf, so daß eine rationelle, das heißt moderne Bodenkultur mit Geräten oder Maschinen fast ganz ausgeschlossen ist. Düngung ist nur erforderlich, wo größere Mengen Kali oder Kalk notwendig sind, als sie der Boden enthält. Reineckes Urteil ist durch neuerliche Untersuchungen Wohltmanns vollauf bestätigt worden.

Auch die Bodenverhältnisse sind also in den bereits unter­suchten Teilen der deutschen Kolonien soweit sie klimatisch hier in Betracht kommen überwiegend günstig zu nennen, teilweise hervorragend wie am Kamerunberg und an vielen Stellen der Samoa-Inseln.

Es fragt sich nun aber ferner, ob und wieweit die Möglichkeit einer schnellen und billigen Verbindung der Plantagengebiete mit dem Weltmarkt gegeben ist. Wir werden daher c) die Verkehrsverhältnisse in den deutschen Schutzgebieten etwas näher ins Auge zu fassen haben.

Im allgemeinen sind die Küsten der deutschen Kolonien reich gegliedert und haben zahlreiche gute Häfen aufzuweisen. Die besten sind Dar-es-Saläm und Tanga in Ostafrika (neben Kilwa, Lindi und Mikindani), Friedrich Wilhelmshafen in Kaiser Wilhelmsland, die Blanchebai an der Nordküste der Gazelle-Halbinsel und der Saluafata- nebst dem Apiahafen in Samoa u. a.

Mangelhaft sind dagegen die Hafenverhältnisse in Kamerun, Togo und besonders in Südwestafrika. Die Kamerunküste ist wenig gegliedert. Der spanischen Insel Fernando Po gegenüber befindet sich die Ambasbai, nicht weit davon die kleine Kriegsschiffsbucht. Die großen Ozeandampfer legen bei Duala an, wo eine Landungsbrücke und ein Slipp hergestellt worden sind. In Togo sind die beiden

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