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Die Aussichten des Plantagenbaus in den deutschen Schutzgebieten / von A. Seidel
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Hieraus ergiebt sich, daß überall in erster Linie die Küsten- und Vorlandgebiete und sonstigen Niederungen, sowie die Gebirgs­gegenden (mit Ausnahme der höheren Lagen) für den Plantagenbau in Betracht kommen, während die Hochebenen des Binnenlandes dafür weniger oder garnicht taugen. Amboland sowie die gesamten Stidsee-lnseln sind von dieser Einschränkung hinsichtlich des Binnen­landes naturgemäß auszunehmen.

Sehen wir nun, wie das durch unsere bisherige Untersuchung gewonnene Ergebnis sich unter dem weiteren Gesichtspunkte der Bodenverhältnisse modifiziert.

b) Die Bodenverhältnisse der deutschen Kolonien.

Unsere Kenntnis der Bodenverhältnisse ist noch ziemlich lückenhaft und beschränkt sich meist auf allgemein gehaltene Urteile nach dem äußeren Anschein. Erst seit einiger Zeit hat man, besonders auf Anregung des Geheimen Regierungsrats Professor Dr. Wohltmann zu Bonn, begonnen, durch systematische Boden­untersuchungen in diesem wichtigen Punkte unser Wissen zu erweitern.

Im allgemeinen kann man sagen, daß mit den Ein­schränkungen des voraufgehenden Abschnitts und abgesehen von den kleinen Koralleninseln der Südsee sämtliche deutsche Kolonien für die meisten wertvollen Tropenkulturen soweit die Beschaffenheit des Bodens in Betracht kommt geeignet sein dürften.

Im einzelnen erklärt Wohltmann den Boden der Togo-Nehrung als günstig für einen rentabeln Kokosplantagenbetrieb. Guter Boden findet sich dort ferner im Gebirgsvorland und zwischen den Gebirgs- stöcken im Gbin-Tal und nördlich von Tafye bei Nyambo. Auch Akplolo soll noch ziemlich fruchtbar sein; Baumwolle und (vielleicht auch) Tabak-Kultur sind durch die Beschaffenheit des Bodens indiziert, während er für Kakao zu hart erscheint und auch dem Kaffee kein besonders gutes Prognostikon gestellt werden kann.

in Kamerun gilt als der beste Boden der Küstenstreifen am Westfuß des Kamerungebirges, ferner der West- und der Südabhang dieses Gebirges (verwitterte Lava). Geheimrat Wohltmann sagt darüber (Der Plantagenbau in Kamerun und seine Zukunft):Wer diesen nährstoffreichen, milden und tiefgründigen Boden und die Vegetation, die er trägt, gesehen hat, wird gestehen müssen, daß man in der ganzen Welt suchen muß, um eine ähnliche Güte der Natur wiederzufinden. Und derartiger Boden ist im Kamerungebirge

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