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Die Aussichten des Plantagenbaus in den deutschen Schutzgebieten / von A. Seidel
Entstehung
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Nur Juni und Juli sind hier ganz ohne Regen. Die eigentliche Regenzeit währt zwar von November bis Mai, doch bringen auch die Monate August bis Oktober nicht selten schon ergiebige Nieder­schläge. Trotzdem ist die Jahressumme nicht sehr erheblich und wird' auf nur etwa 600 mm geschätzt.

Die Jahrestemperatur in Olukonda erreicht etwa 22°; der No­vember (mit 26,1) ist der heißeste, der Juni (mit 16°) der kälteste Monat. Da also selbst in der kältesten Zeit die Durchschnitts­temperatur kaum unter die der zentralafrikanischen ßinnengebiete herabgeht, und was für den Pflanzer fast noch wichtiger ist Fröste hier im Gegensatz zu dem übrigen Südwestafrika nicht mehr vorzukommen scheinen, so dürfte das Ovambogebiet für den plantagenmäßigen Anbau tropischer Kulturgewächse im allgemeinen ebenso wie Ostafrika, Kamerun und Togo geeignet sein. 1 )

5. Das Klima der Südsee-Kolonien.

Die Inseln des Bismarck-Archipels haben eine sehr gleichmäßige Temperatur aufzuweisen, deren Durchschnitt 26° beträgt. Von Mitte April bis Mitte Oktober weht der kühle, trockne Südost­passat, sonst der feuchte Nordwestmonsun. Orkane fehlen und auch Stürme sind selten. Die Regenhöhe erreicht die stattliche Ziffer von über 2000 mm (Herbertshöhe).

Die Windverhältnisse sind in Kaiser Wilhelmsland die nämlichen wie im Bismarck-Archipel. Auch hier sind die Regen­fälle obschon sonst über das ganze Jahr verbreitet zur Zeit des Südostpassates wenig häufig und ergiebig. Die jährliche Regenhöhe ist überall bedeutend; die Beobachtungen an den einzelnen Orten schwanken zwischen 3000 6500 mm und dürften z. B. im Ramugebiet noch höhere Ziffern ergeben.

Die Temperatur ist gleichmäßig feucht und warm. Das Jahresmaximum beläuft sich an der Küste auf 35°, das Minimum auf 19° C. Der wärmste Monat (27 b ) ist der Februar, der kühlste der August (25,50).

Auf den Karolinen-, Palau- und Marianen-Inseln weht von Anfang Dezember bis Ende Mai der Nordostpassat. Dies ist auch die trocknere Zeit des Jahres, während der die Nieder­schläge nicht mehr als 500 mm erreichen. Wenn die Winde wechseln, von Juni bis Oktober, herrscht eine ausgiebige Regen-

') Vergl. K. Dove, Deutsch-Siidwestafrika, Stuttgart, S. 28S.