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Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
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Schtußbetrachtung.

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Las Pelele tragen, wird das besondere Vorrecht eingeräumt, in eigenen Hütten zu wohnen und eigene Felder zu besitzen.

Ganz anders geartet sind die Iaos. Vorn Gebirgsland östlich des Nyassa-Sees wandern sie den Ludjenda herab nach dem untern Rovuma und siedeln sich zeitweilig an zwischen den Makua und Makonde in Newala, Masasi und Madschemba in geräumigen und reinlichen Wohnstätten. Listig und that­kräftig, athletisch von Gestalt, werden sie als Krieger selbst don den Arabern gefürchtet. Ihr Handwerk, Sklavenjagd und Sklavenhandel, hat sie in regen Verkehr mit den letztem gebracht und deren Tracht und Sitten theilweise bei ihnen eingeführt. 1880 war Madschemba in Makonde ein bis Mikindani und Lindi berüchtigter Räuber und Häuptling von ihnen.

Schlußbetrachtung.

Der Reichthum an Naturprodukten aus dem Lande zwischen Rufidschi und Rovuma lagert sich in den Handelsplätzen der Küste ab und findet seinen Export fast ausschließlich durch die Hände der Inder. Er besteht vornehmlich in Kopal und Kautschuk, zu geringerm Theil in Korn, Reis und Rindern. Bei der Bedürfnißlosigkeit der Eingeborenen beschränkt sich der Import auf Baumwollzeug, Eisen- und Messingdraht.

Zur Steigerung der Ausbeute eignen sich nur die wenigen Küstenstriche, in denen Kokospflanzungen einen günstigen Boden finden. Weiter landeinwärts dehnt sich eine, wenn auch uicht genügend erforschte, doch wahrscheinlich mit einzelnen bereisten Stellen gleichartige breite unfruchtbare Zone aus; sie vereitelt oder erschwert mindestens die Niederlassungen in den gesegnetem Gefilden am Fuße der entlegenen Berge. So mag Mahenge wol die Beschaffenheit eines wirklichen Cultur­landes besitzen, aber, abgesehen von seiner spärlichen und der Feldarbeit abgeneigten Bevölkerung, wird es noch Jahrzehnte