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Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
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Zwischen Rufidschi und Rovuma.

Von den Gebirgsländern ist Kutu wegen dünner Be­völkerung und verderblichen Klimas nicht in Betracht zu ziehen, sondern nur Ukami. Es mag noch andere, dem Meere näher- gerückte fruchtbare Landschaften i-n Ukami geben, zur Zeit kennen wir nur allein die Thäler von Mohale und Simbamweni als nngemein produktiv. Die Existenz einer angesehenen fürstlichen Macht und das Vorhandensein einer an Ackerbau gewöhnten thätigen Bevölkerung sind wichtige und günstige Factoren. Ungünstig ist natürlich die von der See entfernte Lage (180 oder 14 Marschtage) und die zur Zeit bestehende Bedrohung durch große Ueberschwemmungen.

Mit Ausnahme des sehr beliebten Tabacks von Sungo- mero exportirt die Küste allein, und zwar in erster Linie: Kokosnüsse und Kopal, dann Korn, Reis und Zucker. Der Import an Baumwollzeugen, Gewehren, Pulver, Eisen und Metallwaaren wird fast ausschließlich von der Bevölkerung der Mrima consumirt; die Kauffähigkeit und die Nachfrage nach Waaren im ziemlich menschenarmen Binnenland ist sehr gering.

Zwischen Wufidschi und Wormma.

Allgemeine Gestaltung.

Das Landgebiet zwischen Rufidschi und Rovuma ist der am wenigsten erforschte Theil von Deutsch-Ostafrika; keine bedeutende, vielbegangene Karavanenstraße geht von irgend­einem Punkte der dazwischenliegenden Küstenstrecke aus, und be­kanntlich haben von jeher die Karavanenstraßen den Forschungs­reisenden die Richtung nach den unbekannten Fernen gegeben. Nur im südlichsten Theil, von Lindi und Mikindani aus, führt ein wichtiger Handelsweg am Nordufer des Rovuma nach dem Nyassa-See, und von dieser Gegend besitzen wir auch einiger­maßen befriedigende topographische Nachrichten. Dagegen ist die Küste in allen Buchten und Flußdeltas und einige Meilen