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Makonde.
Akazienwälder bedecken bis Namisu die rothbraune Erde, schroffe Basaltkegel erheben sich aus der Umgebung von Naht - gongo; Sümpfe, Savannen, Dickicht wechseln mit einigen starkbevölkerten Orten, wie Kiangara und Nasoro. Ein über 30 Kni ausgedehntes Gebiet wirklicher und üppiger Fruchtbarkeit taucht in dem wasserreichen Hügelland östlich und westlich vom Lukunde auf, bei Luere, Nangungulu und Mesule. Nicht nur alle Feld- und Gartenfrüchte trifft man hier an, sondern auch Zuckerrohr, Bananen, Mangobäume, Baumwoll- stauden, ja sogar noch die Kokospalme. Hier wird, wie bei Masasi, wiederholt der Beweis geliefert, daß der Lateritboden Jnnerafrikas von ausgezeichneter Ertragsfähigkeit ist, wenn er von abgeschwemmtem, verwittertem Granit nahegelegener Berge gedüngt und durch quellendes Wasser befeuchtet wird.
Makonde und Masasi.
Unmittelbar südwestlich von Lind: und Mikindani steigt zwischen dem Ukeredi und Rovuma das Plateau von Makonde an; es erhebt sich in einer Länge von 112 Km und in einer Breite von 48 Kni, von 60 in bis zu 770 in an seinem Westende bei Newala. Sein Boden von rothem und grauem Sandstein mit. metamorphischem Untergrund ist mit so dichtem Gebüsch, Schling- und Kriechpflanzen bedeckt, daß die Pfade mühselig tunnelartig hindurchgearbeitet sind. Bäumen begegnet man allein an den Ufern der wenigen Rinnsale. Das Land birgt in sich eine Quelle des Reichthums, nämlich die Landolphia-Ranke. Das aus ihr gewonnene Kautschuk macht den Hauptbestandtheil des nach Lindi geschafften Handelsartikels aus: 1881 wurden davon für vier Millionen Mark exportirt. An einzelnen Stellen wurde mit gutem Erfolg das Gestrüpp ausgerodet; der urbar gemachte Boden erwies sich fruchtbar, so in Madschemba, das sich außerdem eines vortrefflichen Trinkwassers erfreut.
Das nördliche Ufer des Ukeredi begleitet von Liawa aus.