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Deutsch-Ostafrika : Geographie und Geschichte der Colonie ; mit 1 Karte von Deutsch-Ostafrika / von Brix Förster
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Die Route von der Decken's.

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Fiebernest. Die im Westen dicht herantretende Hochfläche hat gesündere Lust, wäre auch sehr geeignet zu Culturen und zur Viehzucht, ist aber nur spärlich bebaut.

Die Anßenbai von Mikindani liegt offen, allen Stürmen ausgesetzt und hat keine Ankerplätze. Doch im Innern besitzt sie drei vollkommen geschützte Häfen, zu denen man zwischen Korallenriffen in tiefem Wasser bei Flut gelangt. Der beste Hafen wäre der von Pemba, allein hier fehlt jede Landverbin­dung. Gewöhnlich wird Kimb eri angelaufen, das am Ausgang eines tief eingeschnittenen Thales und am Fuße eines 100 na hohen Berges liegt. Auch das niedrig gelegene Mirumba ist günstig; es besitzt eine Kaserne zur Vertheidigung, die aber beim Mangel von Geschützständen nichts gegen Kriegsschiffe zu leisten vermag.

Araber, Inder und Eingeborene bilden in großer Menge die Bevölkerung der drei Hafenplätze; lebhafter Handel wird mit Kopal, Kautschuk, Reis und Vieh betrieben.

Die Route von der Decken's.

Um einen, wenn auch nur flüchtigen Blick in die Natur des Binnenlandes zu erhalten, muß man bis auf die Berichte von der Decken's von 1860 zurückgreifen; kein zweiter Reisender hat uns sichere Kunde über diese Gegenden gegeben.

Von der Decken kam, von Kilwa Kisiwani bis Mesule, ungefähr 250 llw landeinwärts. Das langsam bis 400 m ansteigende Plateau endet mit dem 610 in hohen Lukunde- Gebirge, einem Trümmerhaufen riesiger Felsblöcke, wie die vor­her durchschritten Landschaft zahlreiche Bäche nach Süden ent­sendet. Da das Land von Masafi und Makonde höher liegt als jenes von Mesule, und bei Kiswere ein Fluß, Umbekuru genannt, aus Westen strömend, mündet, so hat die Vermuthung, daß letzterer alle Bäche aufnimmt, welche die Route von der Decken's von Norden nach Süden durchkreuzen, Anspruch auf Wahrscheinlichkeit.