Küstenstrich zwischen Rufidschi und Rovuma.
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Der Küstenstrich.
Von Mohoro bis Matompiani (nördlich von Kilwa Kivindje) zieht sich eine mit Wald und Gebüsch bestandene Savanne hin und endet in schwarzem, schlammigem Boden zwischen braunen, tiefeingeschnittenen Bächen; der niedrige und für Boote schwer zugängliche Strand verläuft in Mangrove- sümpfe. Die spärliche Bevölkerung concentrirt sich in Furu und namentlich in Samanga; sie verstand es durch angestrengte Thätigkeit vereinzelte wüste Strecken in Reis - und Zuckerrohrfelder umzuwandeln und Futter für beträchtliche Viehheerden Zu gewinnen.
Der Korallenarchipel von Kilwa Kivindje bis nördlich Kimbidschi (bei Dar-es-Salaam) und zwischen der Rufidschi- Mündung und der Insel Mafi bietet der Schiffahrt zu keiner Jahreszeit Schwierigkeiten oder Gefahren.
Kilwa Kivindje. Die Rhede befindet sich 3 ürn seewärts; das Watt ist so sanft ablaufend, daß bei Niedrigwasser die Boote auf 1 Entfernung vom Strand festsitzen und man gezwungen ist, diese Strecke zu durchwaten. Der Strand selbst besteht aus tiefem Sand- und Schlammboden, gegen Norden aus Mangrovesümpfen. Es ist eine bösartige Fiebergegend mit schlechtem Trinkwasser. Der Mdschindjera fließt als ein dürftiges Gewässer in die Bai. Nur im Westen erhebt sich ein grünes, fruchtbares und viehreiches Hügelland mit den Schambas der Araber zwischen Kokospalmen und Orangenbäumen. Trotz der ungünstigen Verhältnisse der Landung und des Klimas ist der Ort wegen der Zufuhr von Produkten von der Nord- und der Südküste und aus dem Innern einer der -größten Städte nach Dar-es-Salaam. Von der Decken schätzte schon vor dreißig Jahren die Einwohnerzahl auf 15000. Freilich wohnt die Masse in elenden Hütten; es existiren nur einzelne steinerne Häuser, darunter das Zollhaus, ein Bazar und ein verfallendes Fort.