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Die deutschen Schutzgebiete : Erwerb, Verwaltung und Gerichtsbarkeit / Hellmuth Kuhn
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Dritter Teil.

Die Gerichtsbarkeit.

§ 30.

Erstes Kapitel.

Die Gerichtsverfassung 1 für Weiße und die ihnen rechtlich gleichgestellten Personen 2 .

Die Schutzgebietsgerichte sind Gerichte, die durch ein besonderes Reichsgesetz, nämlich das Schutzgebietsgesetz (§ 2.Sch.G.G.) bestellt sind. Jedoch können sie im Sinne des § 13 G. V. G. nicht zu den reichsgesetzlich besonders bestellten Gerichten, sondern nur zu den ordentlichen Gerichten gerechnet werden 3 . Denn nach § 13 G. V. G. sind reichsgesetzlich bestellte Sondergerichte solche Ge­richte, die nur für bestimmte Rechtssachen zuständig sind, wie dies z. B. bei den Prisengerichten, Kaufmannsgerichten und Militärgerichten der Fall ist. Die Schutzgebietsgerichte

1. Literatur v. Hoffmann, Verwaltungs- und Gerichtsverfassung der Deutschen Schutzgebiete 1908 S. 32 ff., Sieglin S. 59 ff., v. Hoff- majnn 1911 S. 68 ff., Schippel S. 16 ff., Seelbach S. 14 f., Doerr, Ztschr f. Kol.-Pol. 1909 S'. 161 ff.

2. Vgl. oben S. 129.

3. Ebenso Sabersky S. 38, Seelbach S. 14 und die bei Sa- bersky S. 38 Anm. 1 zitierte Literatur, z. B. Hellwig, Lehrbuch des Deutschen Zivilprozeßrechts, Berlin 1903, Bd. I, S. 98, Gaupp-Stein, Komm, zur ZPO. Anm. zu § 328 ZPO.; v. Bar, Lehrbuch des inter­nationalen Privat- und Strafrechts, Stuttgart 1892, Bd. II, S. 409/500. Anderer Ansicht Löwe, Komm, zur StPO. Anm. zu § 13 GVG und Hellweg, StPO. Berlin 1908 S. 69 Anm. 4.